Hallo Zusammen,
ich konnte mir in diesem Frühjahr einen richtigen Traum erfüllen. Mit 8 Wochen Zeit im Rücken mit dem Motorrad Richtung Südost mit dem Ziel, Freunde in der Türkei eine Woche zu besuchen. Sie und Andere meinten, dass mein Reisetagebuch sehr lesenswert sei. Deshalb und als Anregung für Leute, die es auch in diese Richtung zieht, hier Auszüge aus meinem Blog:
Starttag:
Hallo Zusammen,
viele Grüße aus Friedrichshafen am Bodensee, der ersten Station auf meiner Tour. 330 km am ersten Tag, teilweise sehr frische Temperaturen auf den Bergen des Schwarzwaldes, tolle Ideen bei Touratech und zahlreiche gute Bier bei meinem Freund Martin (nicht der Martin aus Münster) haben den Start sehr angenehm gemacht. Jetzt schaue ich vom Balkon "meiner Wohnung" auf den See und genieße noch einen Absacker aus dem schottischen Hochland.
Morgen geht es weiter durch Österreich nach italien.
Blog 2
Hallo Ihr Daheimgebliebenen,
damit Ihr auch etwas davon habt, hier der zweite Kurzbericht: Und damit ich nicht alles doppelt schreiben muss zitiere ich aus meinem Reisetagebuch:
Heute soll es bis ins Hotel Magnolia bei Treviso gehen. Nach Garmin (Zumo 550 mit Rändelschraube von Touratech) sind es über die österreichische Autobahn rund 502 km. Ich starte über die österreichische A 14 bis Arlbergtunne. Diesen kaufe ich für 8,50 € fast alleine und kann dennoch die Mautstelle nicht verlassen. Der Rechner brach zusammen und so wartete ich gut fünf Minuten bis die Schranke sich öffnete.
Das Wetter wird immer schöner und so beschließe ich bereits in Landeck die Landstraßen zu nutzen. Hinauf zum heute kaum befahrenen Reschenpass mit einem freistehenden Kirchturm, da der Reschensee relativ stark abgelassen ist.
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Das Vinschgau hinunter wird es jeden Kilometer wärmer und bei einer Pause kurz vor Meran verschwindet die Fleece-Jacke endgültig im Koffer. Hinunter nach Bozen und dann beschließe ich noch eine kleine Dolomitenrunde einzulegen. Hinauf zum Karerpass und hinunter ins Fassatal. Hinüber zum überragenden Passo Rolle, der mich oben mit rund 4-5 Meter Schnee empfängt. Eine sensationelle Straße die mich immer wieder fragen ließ, ob denn jetzt der höchste Punkt erreicht sei. Schlimmstenfalls hätte ich eventuell einen riesen Ausweichweg fahren müssen. Der Passo Rolle (wirklich sensationell wenn auch inzwischen viele Tunnel das Fahrvergnügen bremsen)
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geht hinab ins Tal der Piave. Hier finden sich viele Soldatenfriedhöfe aus der Zeit des 1. Weltkrieges. Es ist eine seltsame Mischung, wenn man heute das geschäftige Treiben und die Feiertagsausflügler in dieser Gegend sieht.
Nach weiteren 50 km erreiche ich das
www.hrs.de gebuchte Hotel Magnolia etwas außerhalb von Treviso Richtung Venedig. Das Zimmer ist ok auch wenn es zur Straße etwas laut ist. Aber sauber, ein ordentliches Bett und Frühstück für 40 € die Nacht ist ok.
Heute waren es insgesamt rund 550 teilweise sensationelle Kilometer. Als ich gegen 18 Uhr im Hotel ankomme stelle ich fest, dass es für heute auch reicht. Schön wars.
Mehr gibt es nicht zu berichten. Morgen geht es auf das Schiff. Nächster Bericht frühestens übermorgen aus Mittelgriechenland.
Blog 3:
Hallo Zusammen,
der Ouzo auf Jens ist getrunken, ein Metaxa zur Sicherheit hinterher geschüttet und die Portion Tzaziki (wie schreibt man das eigentlich?) incl. des Knoblauchs vernichtet. Kurz - ich bin in Griechenland nachdem ich in Venedig eine sensationelle Fährausfahrt genossen habe.
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Heute gegen 14 Uhr in Igoumenitsa angekommen. Den Abend zuvor mit vier Bajuwaren (2 Enduristi und ein Gespann-Paar mit Wüstenerfahrung) viel erzählt, das griechische Mythos-Bier getestet und Erfahrungen ausgetauscht. Dabei festgestellt, dass eine Fahrüberfahrt von 24 Stunden meine persönliche Obergrenze darstellt, die griechischen Fähren den Komfort der italienischen Fähren nicht erreichen und von Igoumenitsa lediglich 750 km nach Istanbul sind.
Danach über traumhafte Route, die aus der neu erbauten A 2 und dem Katara-Pass bestand nach Kalambaka gefahren. Insgesamt knapp über 207 km die unmittelbar vor den Meteora-Felsen endete. Auf den 207 km kamen mir insgesamt mit Autobahn höchstens 10 Autos und Motorräder entgegen. Ansonsten eine Strecke, die das Tempolimit (70 km auf Landstraße und 90 km auf Autobahnen) zur psychischen Belastung werden lässt, der ich nicht immer gewachsen war. Glücklicherweise hatte aber heute auch die griechische Polizei Wochenende.
Das Wetter entspricht deutlich nicht den Erwartungen. Griechischer Regen unterscheidet sich vom deutschen Regen lediglich in der Temperatur des Wassers. Ansonsten habe ich heute auf 5 km so viel Wasser abbekommen, wie bei einer Stunde Dauerregen in Deutschland. Aber jetzt ist es wieder trocken und Besserung bis 26 Grad ist diese Woche in Sicht.
Heute abend habe ich Thomas und Uschi getroffen, die mit ihrer Deauville zum Pillon und danach Richtung Peloponnes touren. Die nächsten zwei Tage fahren wir zusammen, danach werde ich mich weiter Richtung Osten machen. Mit welchem Verkehrsmittel werde ich entscheiden, wenn ich in Volvos den Fährplan studiert habe. Aber auch der Landweg über Thessalien und Thrakien kann eine Alternative sein. Bei einem Spritpreis von 0,92 € / Liter ein bezahlbares Vergnügen.
Für heute genug berichtet. Jetzt schlie0e ich mit einem weiteren Metaxa und danach kann der nächste Tag kommen. Da fahren wir zunächst auf ein Meteora-Kloster und danach auf den Pillon.
Blog 4:
Hallo Zusammen,
heute schreibe ich Euch von N 39 10.372 und E 023 20.569 also direkt aus einer wunderschoenen Bucht auf der Halbinsel Pillion. Wie der Ort heisst kann jetzt jeder heraus finden. Hier gibt es direkt am Strand ein klasse Hotel mit folgender Preiseinteilung:
1 Nacht 30 EURO
2 Naechte 50 EURO
3 Naechte 60 EURO
Habe jetzt folglich bis Donnerstag gebucht. Der heutige Wein kostet 1,50 EURO und das Abendessen mit kurz zuvor angelandeten verschiedenen Fischen immerhin 8 EURO. Hier kann man es wirklich aushalten.
Heute morgen waren wir auf den bei den Meteora-Klostern bei Kalambaka. Eine ultimativ beeindruckende Kulisse, die den meisten aus dem Janes-Bond bekannt sein duerfte.
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Danach kleine Wasserdurchfahrten und Schlammloecher auf der Hauptstrasse Richtung Volos nach einem kurzen aber heftigen Niederschlag. Dafuer getankt fuer 0,86 Cent der Liter, was wiederum kaum zu toppen ist. Abschliessend auf dem Pillion Strassen gefahren, die auch auf Korsika sein koennten. Der Reifenrand hat ganz schoen gelitten, die Reifenmitte noch heil. Heute waren es insgesamt rund 250 km.
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Morgen mache ich mit Thomas und Uschi eine Pillion-Rundtour. Bin mal gespannt, ob wir noch kleinere Strassen finden. Koffer habe ich auf jeden Fall schon mal abmontiert und das Motorrad noch nicht gewaschen.
Das wars fuer heute. Weiterhin viel Spass beim Arbeiten.
Clemens
PS: Schreibfehler sind nicht auf uerbermaessigen Alkoholgenuss, sondern auf die griechische Tastatur des Rechners zurueck zu fuehren
Blog 5:
Hallo Zusammen,
heute war ich inhaltich auf Korsika. Tausende von Kurven, insgesamt rund 3.000 Hoehenmeter, Schweine und Ziegen auf der Fahrbahn und mitten durch ein Skigebiet. Das bietet diese Halbinsel, die weitere Ueberraschungen bereit haelt.
Fuer die, die eine detailierte Strassenkarte zur Hand haben. Wir waren im Gebiet zwischen Volos und Lyri auf beiden Seiten des Pillion.
So habe ich ein griechische Landschildkroete gerettet, die mir im Strassengraben der Hauptverbindungsstrasse entgegen gelaufen kam. Wunschgemaess habe ich sie ueber die Strasse getragen, bevor irgendein Grieche diese platt machen konnte. Eine andere Ueberraschung gab es im Faehrhafen Volos. Die in jeder Karte eingetragene Faehrverbindung nach Osten gibt es nur zwei Monate. Ist aber nicht schlimm, ich habe ja noch Zeit. Die Leute an der Tourist-Info waren voellig irritiert, dass es einen Deutschen gibt, dem es voellig egal ist ob die Faehrverbindung besteht oder nicht. Das haben sie wohl noch nicht oft erlebt.
Meine BMW sieht aus, als sei sie drei Jahre nicht geputzt worden. Hier gibt es sehr viele staubige Abschnitte und Baustellen, die massenweise Schmutz auf der Fahrbahn lassen und jeden Putzversuch ad absurdum fuehren. Spaetestens Donnerstag werde ich diesem Zustand ein Ende bereiten, wenn eine Waschanlage in Sicht kommt.
Jetzt haben alle vier Touristen dieses Kuestenortes gemeinsam Abend gegessen und neue Reisetipps ausgetauscht. Fuer mich ist klar - ich muss zum Olymp. Das ist das Ziel fuer Donnerstag oder Freitag. Danach werde ich wohl nicht Richtung Sueden (Piraeus) sondern eher in Richtung Thesalonniki oder Kavala fahren. Mal sehen, was da so los ist. Von dort dann irgendwann weiter Richtung Tuerkei.
Fuer heute genug berichtet.
Blog 6:
Hallo Alle Zusammen,
es ist schoen, wenn man schon nach drei Tagen vermisst wird. Ich hatte die letzten Tage schlicht keine richtige Gelegenheit etwas zu schreiben. Griechenland ist noch tief im analogen Modem-Zeitalter und auf den Faehren ist der Spass unbezahlbar.
Zum Stichwort Spass - nach dem Kurztripp zum in Wolken stehenden Olymp habe ich die Richtung geaendert. Wollte ich urspruenglich gen Norden, habe ich jetzt die bessere Wettersituation vorgezogen. Ein zwei Inseln besucht und seit heute bin ich auf der Insel Kos. Auf der Griechenland-Karte findet ihr die ganz im Osten vor der tuerkischen Kueste. Nachdem ich meinen Beitrag zur Vernichtung des griechischen Tsatsiki und des Erhalts der griechischen Landschildkroete (inzwischen eine zweite von der Strasse getragen) geleistet habe, werde ich morgen tuerkischen Boden betreten. Der griechische wird mir inzwischen zu heiss, heute hatten wir 27 Grad als ich am Strand war.
Gestern hatte ich ein besonderes Highlight. Die Durchquerung von Athen und Piraeus auf zwei Raedern. Echt geil, wenn man ueberlebt. Vierspurige Strassen werden siebenspurig genutzt. Mofas nutzen genauso die Autobahn wie flotte Sportwagen und beide nutzen ihre Hoechstgeschwindigkeit. Als ich in Piraeus ankam (der Zumo wusste sogar das Abfahrgate) hatte ich ueber eine Stunde Motorradrauferei hinter mir. Insgesamt eine Aktion, die ich nicht jeden Tag wiederholen will.
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Auf Kos ist alles anders. Niemand traegt einen Helm, Touris in Massen auf Roller oder Fahrrad und selbst die Einheimischen haben Zeit. Die Pension mit Strandblick und Schwimmbad kostet 20 EURO am Tag (incl. des Waschwassers f[uer die BMW ) und der Sprit ist noch immer bezahlbar. Nur getankt habe ich schon zwei Tage nicht mehr, da ich heute maximal 20 km gefahren bin und gestern nur so um die 100. Der Zumo hat hier auch Urlaub, da praktisch nichts angezeigt wird.
Das wars fuers erste. Jetzt bin ich auf morgen gespannt und dann werde ich die Etappe zu meinen Freunden an die Kueste starten. Von dort kann ich mich sicherlich wieder (analog) melden
Weiter in Teil 2