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Clemens HD

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Location: Meckesheim

Motorcycle: BMW

Actual mileage: 66000

Year of manufacture: 2001

Color: Silbermetallic

Fuel consumption:

Stammtisch: -

GPS_System: ZUMO 550

Topic starter

1

Sunday, October 4th 2009, 7:51pm

Einmal Türkei und zurück oder Fünf erlebnisreiche Wochen auf dem Motorrad - Teil 2

Hallo Zusammen,



weiter geht der Bericht. Teil 1 endete auf der griechischen Insel Kos.



Blog 7:



Hallo Zusammen,

viele Grüße aus dem sonnigen Kiyikislacik (das war kein Schreibfehler, sondern der Ort heißt wirklich so). Bin gestern wie geplant nach einer wunderbaren Kos-Rundfahrt via Mini-Fähre in die Türkei eingereist. Habe, da ich seit Jahren das erste Motorrad auf der Route war, insgesamt für griechische und türkische Grenzpolizei und griechischen und türkischen Zoll über 2 1/2 Stunden benötigt.

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Der Übergang wäre reif für einen Film gewesen, da dem türkischen Zöllner der Rechner ausgefallen war und ich somit zum Flughafen gefaxt wurde und dort meine Einreise registriert wurde.

Nebenbei habe ich die kleine Fähre gekauft, da für die 12 km Überfahrt 91 € !!!! berechnet wurden. Es gab aber keine wirkliche Alternative. Vielleicht sollten wir über eine eigene Fährgesellschaft nachdenken, da die hiesige Fährgesellschaft weder über Seile noch über Zurrgurte verfügte. So war ich die Umfallsicherung meines Mopeds.

Genossen habe ich dann die super Straße von Bodrum bis kurz vor Milas. Auch ein Genuss sind die dann folgenden 18 km von der Hauptverkehrsstrasse nach Kiyikislacik. Schlaglöcher, dass eine GS darin verschwinden kann wechseln sich ab mit Schotterpisten, die für LKW und Jeeps gedacht sind. Folglich habe ich jetzt, vor dem Start Richtung Milas, alle Koffer incl. Topcase abmontiert, da sie vermutlich nicht lange am Moped halten würden. Mit meiner Deauville wäre ich in diesem Dorf nicht angekommen. Auch wurde erstmals die Sicherungsschraube des ZUMO benötigt, da bei einem der Krater auf der Straße die Halterung aufgegangen wäre.

Jetzt wohne ich für die nächsten Tage bei meinen Freunden und werde vion hier ein paar Ausflüge machen. Gefahren bin ich gestern rund 202 km - zumindest hatte die der ZUMO registriert.

Mit meinem Zeitplan liege ich etwas voraus, das kann sich hier aber stündlich ändern.

Viele Grüße aus der sonnigen und bereits jetzt 24 Grad warmen türkischen Küste.





Blog 8:



Hallo Zusammen,

heute "0"-Kilometer auf der BMW aber mindestens 15 km in den Beinen. Intensiv mit Freunden und Hund die Ruinen von Iasos besichtigt und bestiegen und danach bereits um 14 Uhr zwei gekühlte Efes-Bier gezischt. War bei rund 27 Grad auch dringend notwendig. Der Braumeister, der aus Dortmund stammt, wohnt übrigens um die Ecke.

Danach waren wir bei den türkischen Nachbarn zum Willkommens-Kaffee eingeladen, der für deutsche Verhältnisse ungewöhnlich lange und freundschaftlich war. Meiner Kondition war es abträglich, dass unter Männern ein türkischer Kaffee mit Raki endet.

Morgen fahre ich mit meinen Freunden nach Milas. Es stehen viele Kilometer Schotterpiste bevor.

Mittwoch und Donnerstag mache ich einen Ausflug nach Pamukkale. Die Kalkterassen sollen sehr sehenswert sein und warten geradezu auf mich. Ab Donnerstag soll es wieder leicht abkühlen. Wir haben dann noch 25 Grad. Niederschlagswahrscheinlichkeit 0 %. Also fast wie zu Hause. Damit steht rund 500 km Fahrvergnügen nichs im Weg.

Inzwischen kommen die ersten Väter mit Ihren Kindern um einmal auf der BMW Platz zu nehmen. Ich haber allerdings den Eindruck, dass es für die Männer wichtiger ist auf der BMW photografiert zu werden als den Kindern.
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Blog 9:



Hallo Zusammen,

heute waren rund 70 km Schotterpiste und 20 km Straße angesagt. Dazwischen haben wir den Markt in Milas besucht, auf dem praktisch alles zu sensationellen Preisen (billig, billiger, am billigsten) zu haben ist. Gekauft habe ich als Mitbringsel eine Uhr. Das Feilschen habe ich meiner türkisch sprechenden Begleitung überlassen, die den Verkäufer bis zu den Tränen getrieben haben. Vermutlich waren es am Ende doch Freudentränen und nicht Tränen über einen unerwarteten Verlust.

Anschließend waren wir mit dem 150er-Motorroller meines Freundes in Milas bei einer Werkstatt. Die große Inspektion des "Mondial 151 RS" war ohne Voranmeldung nach 30 Minuten beendet. Für diese wurden incl. neuer Batterie, neuem Luftfilter, Öl- und Filterwechsel und dem Tee für die Kunden insgesamt 70 türkische Lira berechnet. Das sind rund 35 €. Eigentlich sollte ich die jetzt fällige große Inspektion meiner BMW in der Türkei machen lassen. Vielleicht bietet sich noch die Möglichkeit.

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Jetzt grillen wir den frisch gelieferten Fisch und werden dazu ein oder zwei Fläschen Wein trinken. Postkartenmotive gibt es wieder morgen wenn ich Pamukkale erreicht habe. Ins Netz werde ich sie allerdings erst frühestens übermorgen stellen, da aufgrund der Straßensituation ich meinen Netbook zwei Tage bei meinen Freunden lasse.

Übrigens: In Milas hatte es heute in der Sonne 31 °. Morgen wird es wieder deutlich kühler und wir denken, dass es den Rest der Woche zwischen 24 ° und 27 ° tagsüber haben wird. Regenrisiko weiterhin 0 %. Vermutlich also ist es hier wie bei Euch.




Blog 10:



Hallo Zusammen,

zurück von meinem 2-Tages-Ausflug melde ich mit wieder aus dem türkischen Dorf mit dem einprägsamen Namen Kyrikilacik. Pamukkale und das angrenzende historische Hierapolis sind wirklich eine Reise wert. 502 km durch teilweise sehr einsame Bergwelt, in der mehr Esel, Störche und Kühe als Menschen zuhause sind, waren ziemlich anstrengend. Aber die Tour hat sich gelohnt.

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Die Sinterterassen (Kalkterassen) von Pamukkale sind schon eine einmalige Sache. Wunderschön gelegen und seit die Hotels kein oder nur noch wenig Wasser abzapfen dürfen, auch wieder strahlend weiß. Darüber die Ruinen der römischen Stadt Hierapolis - alles sehr beeindruckend.
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Am schönsten ist es, wenn die zahlreichen Touristenbusse ihre Insassen zurück an die Küste oder die nahe liegenden Hotels bringen. Dann gehören den sehr wenig individual Reisenden die Terassen. Dann macht auch das Baden oder Füsse ins Wasser hängen lassen deutlich mehr Spaß.
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Abends habe ich Bill, einen R 1150 R fahrenden Engländer, in meinem Hotel kennen gelernt. Er will die komplette Türkei in einer Woche erfahren. Ein mutiges Vorhaben, bei dem ich nicht dabei sein wollte.

Um einen falschen Eindruck über die Reisekosten in diesem Land zu bekommen: Zwar kosten der Liter Sprit um 1,60 € umgerechnet, aber der Rest ist spottbillig. Für den Tee unterwegs sind höchstens 2 Lira (bei drei Tee) fällig. Das ist ein €. Meistens - und das ohne Witz - habe ich den Tee als "Aleman" geschenkt bekommen. Seit dieser ungewohnten Erfahrung habe ich jetzt Kleinigkeiten dabei um ebenfalls ein Geschenk zu geben. Übrigens wurde mir heute auch beim Tanken Tee angeboten - natürlich umsonst.

Das gestrige Hotel in Pamukkale (Top-Tip im Lonely-Planet) kostete im EZ mit Dusche / WC (top sauber und super eingerichtet) 30 türkische Lira. Das sind keine 15 € und das umfangreiche türkische Frühstück war auch mit drin. Nachmittagsimbiss um die 4 Lira (so etwas wie Pfannkuchen mit Salat und Tee) und für alle Getränke am gestrigen Abend (und das waren einige) waren 18 Lira fällig. Menue zu 17 Lira. Also - wenn Du hier Urlaub machst sparst Du gegenüber dem Arbeiten zu Hause Geld. Und durch das 70 km/h Limit wird die Spritrechnung auch nicht zu hoch.

Für heute habe ich genug erzählt. In Kürze landen die Lammkotteletts auf dem Grill und der erste Nachbar mit Kind ist auch zum Probesitzen wieder da.




Blog 11:



Hallo Zusammen,

heute habe ich mir eine besondere Tour gegönnt. In insgesamt 6 Stunden etwas mehr als 60 km auf kleinsten und teilweise mehr Eselspfaden gleichenden Küstenstraßen an der Bucht von Milas entlang. Eine klasse Tour, die aber eine ausgiebiges abspritzen der BMW und eine ebenso ausgiebige Dusche meinerseits danach erforderlich machteGPS, Landkarte und den ganzen anderen Tand habe ich "zuhause" gelassen.
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Bei der Tour habe ich mehr Trinkwasser als Benzin verbraucht und auch meine Kleidung entsprach bei rund 30 ° nicht den mitteleuropäischen Standards.


Jetzt gehe ich meinen Durst nachlöschen und habe meine Freunde in das einzige Restaurant des Ortes eingeladen. Danach werde ich heute sicherlich gut schlafen.

Morgen hat das Motorrad Pause. Wir fahren auf 4-Rädern nach Bodrum und besichtigen u. a. das Unterwasser-Archäologie-Museum. Bei angesagten deutlich über 30 ° kann man sich auch mal eine 2-Rad Pause gönnen.



Blog 12:



Hallo Zusammen,


die hier eingeschlagene Diät hat bei mir bisher weder positive noch negative körperliche Folgen gezeigt. Ich kann aber bestätigen, dass ich mich selten so gesund und vitaminreich ernährt habe, wie seit des betretens türkischen Bodens. Von Ayram über zahlreiches Gemüse, Fisch und Geflügel. Alles frisch, gesund, ungespritz und garantiert Impfstofffrei. Was will man mehr.

Heute war ich bei einem weiteren Sightseeing-Höhepunkt. Den Ruinen von Ephessus, das sowohl in geschichtlicher wie religiöser Bedeutung ganz wesentlich ist. Bei meinem rund 2 stündigen Rundgang war es schon ein komisches und zugleich schönes Gefühl mehr als 2.000 Jahre Geschichte so hautnah sehen zu können. Ich kann jedem nur empfehlen selbst hier vorbei zu schauen. Ein Theater von 24.000 Plätzen, die wiederaufgebaute Celsus-Bibliothek und zahlreiche Hanghäuser sind tatsächlich nur hier in so einem guten Zustand zu besichtigen. Also - macht Euch auf.

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Vorher und danach lagen jeweils gut 130 km bezaubernde Landschaft auf faszinierenden Straßen.


Dabei nicht nur den 40.000 km auf die BMW gefahren, sondern auch dank des Rollers meines Freundes die zweite türkische Werkstatt kennen gelernt. Ein klasse Mechaniker in einer einfachst-Werkstatt der innerhalb einer Stunde den kompletten Vergaser incl,. aller dazugehöriger Teile wie Benzinfilter, Schläuche usw. zerlegt und wieder so zusammenbaut, dass das Teil besser als je zuvor läuft. Kosten der Reparatur 25 Lira, das sind 13 €. Wir haben natürlich in der gegenüberliegenden Teestube gewartet und dabei mit der Inhaberin Serap, die 15 Jahre in München gelebt hat, uns sehr lustig und nett unterhalten. Eine türkische Teehausbesitzerin, die bayerisches Dialekt spricht und dem Mechaniker unser Problem und vermutlich den kompletten Lebenslauf meines Freundes geschildert hat.

Heute waren wir auch in der ersten türkischen Polizeikontrolle. Als ich den Polizist in Englisch bat seine Aufforderung zu wiederholen winkte er uns durch. Eine einfache Methode den sehr bürokratischen Kontrollen zu entkommen, die nach Beschreibungen meiner Freunde oft 20 Minuten dauern.

Morgen reise ich ab von Kiyikilacik. Es geht weiter Richtung Norden sprich Kusadasi, Bergame oder Canakkale. Schließlich will ich noch etwas Motorrad fahren. Da auch die Nachbarschaft weiß, dass ich morgen fahre ist heute ein großes Abschiedsfest. Anscheinend gehört man in diesem Dorf nach einer Woche zum Inventar. Ich hoffe aber auch diese Raki-Attacke zu überstehen, sodass ich morgen wirklich fahren kann.
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This post has been edited 1 times, last edit by "Clemens HD" (Oct 4th 2009, 8:01pm)