Einmal Türkei und zurück oder Fünf erlebnisreiche Wochen auf dem Motorrad - Teil 3
Hallo Zusammen,
weiter geht es mit Teil 3
Blog 14:
Hallo Zusammen,
nach einem erstklassigen Tag hier ein hoffentlich erstklassiger Bericht.
Nachdem ich gestern abend im Reiseführer gelesen habe, was ich alles neben Ephessus verpasst habe, bin ich heute über Kusadasi (Kreuzfahrtschiffe gucken) direkt nochmal hingefahren. Besonders die Johannes-Basilika in Selcuk ist eine Besichtigung wert.
Nach der Durchfahrt von Izmir (auf der Autobahn) habe ich dann Kurs auf Bergama mit der Pergamon-Akropolis genommen. Auch dort ist es sehr beeindrucken auch wenn die Hauptattraktion (Pergamon-Altar) in einem Museum in Berlin steht.Ich traue es mich kaum zu berichten, aber ich habe mich mitten im Gebirge höllisch verfahren. Garmin wusste auch nicht mehr weiter (und nicht mehr zurück) und so bin ich nach alter Väter Sitte nach dem Stand der Sonne und dem Tip eines Schafhirten streng nach Westen gefahren bis die Küste in Sicht kam. Auf diese Weise habe ich rund 2 Stunden Zeit und ein wenig Vertrauen in diese sch.... GPS-Kiste verloren.
Rausgekommen bin ich ziemlich unmittelbar vor der Einfahrt in ein 5 ***** Hotel, Und da der Tag erstklassige Sehenswürdigkeiten, erstklassige Straßen und eine erstklassige Diätfortsetzung geboten hat habe ich beschlossen eine erstklassige Unterkunft zu nehmen. Damit das ganze nicht zu teuer wird habe ich gleich 2 Tage für insgesamt 180 Lira (89 €) incl. Frühstück und Dinner gebucht. Das ganze im "Gran Hotel Temizel" das auch für einen Strandurlaub gut geeignet ist. Wie es sich für ein solches Haus gehört war auch mein Wunsch nach einem Hochdruckreiniger und Waschwasser kein Problem.
Im Augenblick geht ein ordentliches Gewitter über dem Hotel nieder, sodass die Waschaktion vermutlich nicht auf Dauer erfolgreich war. Morgen ist in der Türkei einer der wenigen Feiertage (Jugend und Sport sowohl Atatürk Gedenktag). Wie es sich gehört werde ich einen Sporttag am Stand einlegen. Die Liege werde ich um 6 Uhr mit einem Handtuch reservieren und gegen 11 Uhr werde ich die Wassertemperatur testen. Folglich werden die heutigen 405 km morgen nicht getoppt werden.
Blog 15:
Hallo Zusammen,
nach einem spannenden Tag bin ich in Kesan gelandet. Heute stand Troja, die Dardanellen und die Halbinsel Gallipoli auf dem Plan. Deshalb bin ich bereits kurz nach 7 Uhr gestartet und habe heute weitere 350 km auf die BMW gefahren. Troja verspricht mehr als es hält. Ist aber wenn man daran vorbei fährt trotzdem interessant.
Die Dardanellen (Meeresenge zwischen Europa und Asien) ist eine Autobahn für Schiffe. Mann - ist da was los. Und meine Fähre fuhr auch noch quer gegen den Strom. Da aber alle Türken auch bei wenig Abstand cool bliieben, bin auch ich nicht von Bord gesprungen. Die Crew staunte allerdings, als ich einen Rettungsring um die BMW band.
Die Halbinsel Gallipoli ist heute Nationalpark und in erster Linie bekannt durch die Schlacht im 1. Weltkrieg bei dem die Osmanen die Alliierten zurück ins Meer trieben. Das war der Anfang der Karriere von Atatürk. Heute gibt es dort zig Denkmäler und Monumente, die teilweise wirklich sehenswert sind.
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Was in meinem Reiseführer nicht stand - hinter Canakkale nimmt die Hotel-Infrastruktur massiv ab. So bin ich noch weitere rund 80 km gefahren bis ich hier untergekommen bin.
Für das Restprogramm habe ich eine Änderung vorgenommen. Da Bulgarien auch nach Angaben anderer Reisender nicht der Brüller ist, schaue ich nochmals beim Olymp vorbei. Anschließend noch ein bißchen Griechenland und Italien. Der Abschluss dann auf ein paar Pässe in den Alpen und vielleicht ein Bier an oberbayrischen Seen.
Blog 16:
Hallo Zusammen,
nach dem Genuss von Tsatsiki und Souflaki melde ich mich von einem Traumstrand aus Griechenland.
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Der Ort an dem ich bin hat keinen eigenen Namen, sondern wird immer noch der Stadt Kavalla zugeordnet. Dorthin sind es immerhin rund 40 km. Der heutige Tag war sehr an der Natur orientiert. Nach der - wie bei der Einrieise - auch bei der Ausreise sehr buerokratische Ueberquerung der Grenze fuhr ich zunaechst durch grosse Tabak/ und Weizenanbaugebiete in Makedonien. Neben normalen Strassen war auch eine mit richtigen Wasserdurchfahrten dabei. Ein klasse Erlebnis ! Ich habe aber immer zuerst getestet, wie tief die Durchfahrt ist. Die BMW hat alles sauber durchpfluegt und meine Stiefel sind tatsaechlich wasserdicht.
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Von der Gegend kam auch Alexander der Grosse, nachdem im letzten Jahrhundert die Stadt Alexandropoulis benannt wurde. Wenn ihr hier einmal herkommt bringt was zum trinken mit. Die Bedienungen in den Strassencafes bedienen nur persoenlich bekannte Gaeste. Ich war zwar brav, gehoerte aber nicht zum erlauchten Kundenkreis.
Danach fuhr ich an vermutlich hunderten Storchennester vorbei. Die zwei groessten Flussdeltas in der Gegend (z. B. Lassos-Delta) sind Vogelschutzgebiete. Unglaublich was hier alles fliegt und ueber die Strasse laeuft (eine Schildkroete war auch wieder dabei).
Zum Abschluss eine wahre Traumstrasse. Kavalla Richtung Thessaloiki diirekt am Meer lang. Wenn ihr hier mal herkommt bringt ein Moped oder ein Cabrio mit und fahrt auf dieser von der EU-finanzierten Strasse. Kaum Verkehr, traumhafte Ausblicke und Kurven, dass einem vor Freude das Wasser in die Augen treibt. Eine Strasse nur mit bestem Belag und in den Radien ideal fuer ein Motorrad, das deutlich schneller als erlaubt unterwegs ist.
Da Schweine nicht geschuetzt sind gab es heute abend zwar kein Fisch aber Souflaki im Angebot. Geschmacklich sehr gut aber im Vergleich zur Tuerkei geradezu unglaublich teuer (aber immer noch guenstiger wie beim deutschen Griechen um die Ecke).
Morgen werde ich bei den Moenchen vorbeischauen und Kurs Richtung Olymp nehmen. Aber vorher ein kurzes Abtauchen ins Meer, das von meinem Zimmer hoechstens 50 Meter weg ist.
Blog 17:
Hallo Zusammen,
die Götter müssen mir wohl gesonnen sein !!
Vergesst die Traumstrasse von gestern. Fahrt die Straßen von heute - Highlights ohne Zweifel die Küstenstraße am östlichen Chalkidiki von Stavros bis nach Stratoni und von dort über die Straße 16 quer über die Berge nach Galatista. Großartig, herausragend oder was auch immer - nur vergleichbar mit der Küstenstraße von Calvi nach Porto auf Korsika.
Das nächste Highlight nach einigen Kilometern Autobahn zur Umfahrung von Thessaliniki war die Auffahrt auf den Olymp bzw. den höchstmöglichen Anfahrtspunkt von Litohoro aus. Da ich die Strecke erst am Nachmittag gefahren bin, war darauf kein Verkehr mehr. Entgegen gekommen sind mir lediglich rund 20 Pferde, die hier zum Holztransport aus extremen Steigungen eingesetzt sind. Ein Anblick wie aus einer anderen Zeit. Bei rund 1100 Höhenmetern war Schluss, danach geht es nur noch zu Fuß weiter.
Um den Tag abzurunden habe ich mir ein Hotel in Porto Litohoro genommen. Von meinem Zimmer ist freier Blick auf den Olymp, der heute nicht einmal in Wolken ist.
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Als ich vorhin rund 1 Stunde im Mittelmeer geplanscht habe, hatte ich auch die ganze Zeit freie Sicht auf den schneebeckten Olymp. Mann ist die Welt schön, wenn man nicht am Arbeitsplatz sitzt !
Inzwischen weiss ich auch, dass mir Kiesstrand lieber ist als Sandstrand. Sandstrand gibt zwar bessere Motive fürs Photographieren, Kiesstrand ist aber angenehmer wenn man mehrmals ins Wasser geht. Es ist schon erstaunlich worüber man nachdenken kann, wenn ausreichend Zeit ist.
Jetzt erfasse ich noch meine Bilder (sonst kriege ich nie mehr zusammen was, wo war) und dann gönne ich mir ein Fischmenü umrahmt von einem schönen Retsina und vermutlich als Abschluss einen kleinen Ouzo. Schließlich ist die Beachtung der jeweiligen landsmannschaftlichen Besonderheiten geradezu Pflicht.
Blog 18:
Hallo Zusammen,
ich melde mich mal wieder. Diesmal bereits aus dem Alpenrand in Deutschland.
Das Internet ist doch weniger verbreitet als ich gedacht habe. In Griechenland wurde ich an der Westküste nur hifllos angeschaut. In Italien wurde mir gesagt, dass es eine Vorschrift gäbe, dass jeder Zugriff auf das Inernet in Hotels aufwändig und individuell zu dokumentieren seien. Deshalb hätten viele Hotels keine Zugriffsmöglichkeit für Gäste eingerichtet. Lange Rede kurz - es ist nicht alles einfach auf der Welt.
Nach meinem Olymp-Besuch
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fuhr ich nochmals nach Kalambaka zu den Meteora-Klöstern. Diesmal sah ich sie bei herrlichem Sonnenschein, was sofort die Optik nochmals um Welten verbessert.
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Anschließend auf dem griechischen Karer-Pass gnadenlos von einem Griechen zersögt worden, was nur auf meine völlig abgefahrenen hinteren Bremsbeläge zurückzuführen war. Dennoch glaube ich, dass das 70 km-Limit in Griechenland und der Türkei sich negativ auf meine Fahrweise ausgewirkt hat. Um das sofort zu korrigeren habe ich zwei Ma0nahmen ergriffen:
- neue Bremsbeläge in Bozen montiert
- danach sofort zwei Tage intensiv Pässe-Trainingslager mit folgenden Pässen: Manghen, Karer (der italienische 2 x), Lavezza-Joch, Pordoi, Staller-Sattel, Kalser-Großglocknerstrasse, Felberntauern und Pass Thurn.
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Jetzt habe ich wieder das richtige Tempo drauf und die Bremsbeläge sind ausreichend angeschliffen. Die Dolomiten-Pässe waren diese Woche super bei bestem Wetter und wenig Verkehr zu befahren. Überholt hat mich diesmal in Italien keiner - ich war wirklich gut drauf.
Morgen werde ich wohl den heimatlichen Hafen anlaufen. Danach sofort der BMW eine große Inspektion gönnen und spätestens in zwei Wochen nochmals zu einer kleinen Vor-DMD Tour aufbrechen.
Blog 19:
Hallo Zusammen,
eine Traumreise ist heute um 16 Uhr zu Ende gegangen. Mehr ist rund 30 Tagen nicht zu erleben und jeder der rund 7.000 km (hiervon ca. 6.800 km Landstrasse) war sein Benzin wert. Verbraucht habe ich rund 400 Liter Benzin zum Preis von 0,88 € bis 1,65 € je Liter und rund 1,0 Liter Motoröl. Griechenland ist vom Benzinpreis konkurrenzlos günstig, in der Türkei kamen mir die Tränen.
Für meinen Teil habe ich festgestellt, dass irgendwann die eigene Festplatte mit zu verarbeitenden Eindrücken voll ist. Ich bin froh von Beginn an Bilder katgegorisiert und Reisetagebuch geführt zu haben. Sonst hätte ich heute mit Sicherheit Schwierigkeiten Bilder und Erfahrungen regional zuzuordnen. Das gilt besonders für die Ruinenstädte Hierapolis, Troja, Ephessus, Isios usw.. Manche umgefallene Säulen sehen nun mal sehr gleich aus. Das Netbook hat ohne Probleme und gut verpackt alle Erschütterungen ausgehalten.
Mein Motorrad rollt nächste Woche zur überfälligen 40.000 km Inspektion. Außer mit abgefahrenen Bremsbelägen hinten gabe es keinerlei technische Schwierigkeiten. Bei mir hatte es gegen Ende der Tour mit der rechten Hand / rechtem Arm leichte Probleme gegeben. Nach zwei Tagen Pause sollten die wieder vorbei sein. Vorbei ist es auch mit meinem relativ hochwertigen Fernglas. Die Vibrationen haben eine Linse verschoben. Ein Garantiefall, da das Teil erst gut ein Jahr alt ist.
Als Fazit kann ich feststellen, dass jeder einmal eine solche Reise vielleicht auch alleine unternehmen sollte. Griechenland und die Türkei sind hierzu klasse geeignet, auch wenn Ende Mai über 35 ° ganz schön an die Kondition gehen. Wirklich alleine war ich praktisch nie und habe viele interessante Leute unterwegs kennen gelernt.
Als Anreiz für Leute, die auch mal so eine Tour machen wollen noch ein Bild vom letzten Sonnenuntergang und dem letzten Abendessen in Griechenland.
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Worauf warten - am besten gleich starten.
Clemens HD
This post has been edited 1 times, last edit by "Clemens HD" (Oct 4th 2009, 9:03pm)