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Sonstige Länder Fahrt durch Iran

janus

Intermediate

Date of registration: Aug 17th 2010

Posts: 262

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1

Sunday, December 5th 2010, 5:10pm

Fahrt durch Iran

Hallo Deauviller,

die Zeit ohne Motorrad und der Ärger über einen Minister verlangen einen Ausgleich. Was ich hier berichten möchte, das war zwar keine Motorradfahrt, aber wir haben mit einem geländegängigen Wohnmobil ein fahrunfähiges Motorrad aus Isfahan/Iran abgeholt. Die Abholung mittels ADAC scheiterte,so daß Alfred, der Unglücksvogel, der einige Monate zuvor die GS in voller Fahrt gegen einen LKW gesetzt hatte (doch Glücksvogel, normalerweise hätte er tot sein müssen!) die Trümmer selber wieder abholte. Das mußte sein um einen sehr hohen Einfuhrzoll zu vermeiden und das Carnet de Passage beim ADAC wieder auslösen zu können.
Meine Rolle dabei war Begleiter, Unterhalter, Koch, Tourguide, einfach alles. Noch eine Anmerkung: Wenn hier von "einem Khomeini" die Rede ist, so ist ein Geldschein mit Wert 10.000 Rial gemeint, der das Bildnis des Ajatolla trägt. Das waren seinerzeit ca. DM 2,70 (2002)
Hier ein Auszug aus meinem Tagebuch:

Dienstag, 02. Juli 2002

Übernachtung in Täbris (Iran), Camping im Vergnügungspark El Goli

Pos. N 38° 01,517' E 046° 22,066' Höhe 1.652 Meter
Tageskilometer 329

Am Abend schon hatte ich die Uhren um 1 ½ Stunden vorgestellt. Um 6 Uhr Iranischer Zeit, das war nach unserem Zeitgefühl 4:30 Uhr, standen wir auf, um 7 Uhr waren wir an der Gren-ze. Kurz vor Gürbulak, der Türkische Grenzort, wurden die Fahrzeugdaten in ein dickes Buch eingetragen. Beschäftigungstherapie für die Wachsoldaten??

An der Grenze mußte Alfred beim Auto bleiben und ich mußte zu Fuß durch. Das ging recht schnell und somit war ich schon vor Alfred auf der anderen Seite. Mein Paß verschwand in einem Riesenstapel. Das konnte ja heiter werden! Dann plötzlich die Frage "PASSPORT?"
"The red one!" Und ruck zuck war er gestempelt.

Somit konnte ich in Ruhe Geld wechseln. Für EURO 50 bekam ich 380.000 Rial und ein paar Münzen. Somit kostete ein Khomeini ca. DM 2,60 bzw. EURO 1,32. Nachdem ich andere Männer beim Geldwechsel sah, sie tauschten in der Regel je einen Khomeini in Türkische Lira, da fand ich schon, daß wir sehr, sehr reich waren. Der Wechselvorgang war ein eigenes Erlebnis. Der EURO-Schein wurde sehr sorgfältig auf Eselsohren und Verletzungen geprüft, die Seriennummer mußte ich auf dem Wechselbeleg eintragen. Ich hatte schon das Gefühl, daß der Wechselvorgang eine besondere Gnade war.

Die Fahrzeugdaten wurden sorgfältig mit dem Carnet verglichen und dann kam der Zoll! Der Mann kruschte solange im Fahrzeug rum, bis er den Kühlschrank entdeckt hatte und gleich vier Bier herauszog. Damit der Vorgang nicht "offiziell" wurde, winkte er einen Zivilisten herbei, der das Bier in einer Tüte verstaute und damit verschwand. Das war für beide Seiten sehr vorteilhaft. Wir hatten keine Probleme mit einer Anklage wegen Schmuggel und der Zöllner hatte für sehr viel Geld was zu verkaufen!

Gut, daß wir uns vorher über die Lagerstellen für unser Bier unterhalten hatten. Alles was unter dem teils schmutzigen Werkzeug unterzubringen war, das versteckte ich dort. Nur für die vier Dosen fand ich keinen Platz. Daher plädierte Alfred dafür, sie ganz offen im Kühl-schrank zu lagern und uns im Falle der Entdeckung einfach dumm zu stellen. Das war wahr-scheinlich auch der beste Weg. Wenn der Zöllner im Kühlschrank nicht fündig geworden wä-re, dann hätte er u.U. das ganze Auto auf den Kopf gestellt!

Wir dachten, das war's! Aber nein, an der letzten Schranke verlangte der Zöllner von Alfred noch eine Kopie von Paß mit Visum und Carnet. Damit war das Carnet insgesamt fünf Mal kontrolliert und registriert worden!

Auf der Suche nach einer Versicherung wurde Alfred nicht fündig und so beschloß er, den Worten seines Versicherungsagenten zu glauben, daß seine Versicherung auch in Iran gültig sei. Wir waren nach 2 Stunden und 45 Minuten Grenzabfertigung fertig. Dafür, daß wir ohne professionellen Grenzhelfer gearbeitet hatten, war das flott gegangen!

Gleich nach der Grenze, in Maku, da sahen wir wieder den großen Wasserhahn, der Alfred bei unserem ersten Besuch so imponiert hatte.

Nach einer ruhigen Fahrt kam DAS ERLEBNIS: Tanken! Bei Kilometer 6.362 eine Tank-stelle, 72,9 Liter Diesel (das war kurz vor dem Stillstand!). Ich zahlte Rial 9.500, das waren
DM 2,47 ! Das ist kein Rechenfehler!

Kurz danach die erste Polizeikontrolle. "Where are you from? You are welcome!

Gegen 11:15 Uhr hielten wir zum Mittagessen: Nudeln mit Rindsgulasch (da soll einer sagen, wir könnten uns den Gepflogenheiten des Gastlandes nicht anpassen!).

Beim Abwasch bekamen wir Besuch: Ein Mann, der schon länger mit offener Motorhaube seines Wagens am Straßenrand wartete. Kühlwasser fehlte. Der Kühler muß fast leer gewesen sein, beinahe 10 Liter gingen rein! Er hatte sich verkalkuliert, bislang reichte der Wasservor-rat immer bis zur nächsten Wasserstelle. Er bedankte sich sehr herzlich für unsere Hilfe.

Unser Ziel war der Campingplatz im Vergnügungspark El-Goli in Täbriz. Ich hatte die Positi-on im GPS. Mit diesem Wissen und der Erinnerung war es ganz leicht, die Stelle zu finden. Immer Richtung Tehran, bei der Ausfahrt El-Goli raus und unter der Brücke durch. War ganz einfach!

Wir wollten hier nur die Sanitäranlagen benutzen dürfen, ansonsten wieder im Auto schlafen. Der Platzwärter verlangte Rial 80.000 für eine Nacht und unsere Pässe. Da ich ihn gleich
-unter Protest wegen des Preises- bezahlte, hatte er meiner Ansicht nach keinen Anspruch auf die Pässe. Wir verlangten sie sofort zurück, ohne Paß wollten wir nicht in die Stadt gehen.

Zum Preis schrieb mir Hossein:

Dear Karl!
I am really gald to hear from you!I imagined you have
forgotten me,because it is long time since I sent you
e-mail about my retirement,and new activities.
As I have announced already I need your help,and
support,by writing your view about my sevices at the
border on those days.I am sure you agree your kind
recommendations ,and views are very important for my
newly established website!
Arno from Holland was too kind to design the site free
for me ,because he believes my help for tourist is
very
important in Iran!Even my daughter helped the group in
some way!
The bastard has charged 20000 rials more than the
fixed
price in El goli camping,I warned him,he promised in
your next time you will be his guest!
Why you didn,t get in touch with me ,because my home
is
near the camping,it would have been a great preasure
to
see you once more!Whom you were travelling with?And
what was the car?
If you have the chance to contact the other motorbike
group in your previous trip all of you may share the
letter I beg you write to Arno with some pictures!
For doing so please check the experiencs section in my
site you can see how some people have done it already!
Please do it a bit quickly ,because it is the time of
tourism in Iran,and it is a great help for me!For
compansation you are invited to my family for the
dinner or lunch in your next travel to Iran!
I wait to hear from you. Hossein
P.S.My site:http://iranoverland.tripod.com


Das hat mir im Nachhinein noch gut getan! Weil ich diesen Preis nicht glauben konnte, ließ ich mir eine Quittung geben. War zwar nicht einfach, aber durchsetzbar. Zum besseren Ver-ständnis übersetze ich den Preis für eine Nacht in Diesel:

Das waren 613,9 Liter Diesel für eine Nacht!!

Wir fuhren jedenfalls mit einem Taxi in die Stadt zum Basar und zahlten dafür einen Kho-meini ohne weiter zu handeln.

Im Basar wurde Alfred gleich von einem Mann angerufen, er kannte ihn vom Vorjahr noch. Für östliche Augen war diese massive Gestalt mit roten Haaren natürlich nicht zu übersehen.

Unser Abendessen wollten wir im Sommerpalast in El-Goli einnehmen. Das ganze war nicht so mein Geschmack, Pizza schmeckt bei mir zu Hause anders. Aber, was soll's, wir waren ja auch in Iran! Für das Essen mit Vorspeise zahlten wir Rial 35.000 (das sind 268 Liter Die-sel!). Was ist der TOYOTA doch so genügsam! Wie gern hätte ich Spaghetti gekocht!!!!

Ich benutze die "Ersatzwährung Diesel" bewußt. Für Iraner kostet auch Treibstoff viel Geld.

Gegen 21:30 Uhr kommt ganz Täbriz ins El-Goli, Decken wurden ausgebreitet, Schuhe aus-gezogen und dabei traf sich die ganze Familie, genoß den Abend. Auf dem kleinen Teich fuh-ren die Menschen mit einem Boot mit Außenbordmotor, ließen sich "gefährlich" schaukeln.

In den Fensternischen außen des Sommerpalastes saßen ganze Familien und verspeisten Mit-gebrachtes. Viel Verkehr auf dem Parkplatz, viele Autos in Dunkelheit bewußt ohne Licht. Bewußt? Ja, ich sah viele Autofahrer, die das Licht beim Verlassen des Parkplatzes löschten!

Bei der Rückkunft am Campingplatz jammerte der Pförtner wieder nach den Pässen. Hat er aber nicht bekommen, trotz seiner ständigen Drohung mit der Police.

Im Auto konnten wir wieder sehr, sehr gut schlafen!

Gruß janus

This post has been edited 1 times, last edit by "janus" (Dec 5th 2010, 5:53pm)


janus

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2

Sunday, December 5th 2010, 9:04pm

Fahrt durch Iran Teil 2

Hallo, Ich versuche es mal mit der Antwortfunktion, da bleibt das vielleicht zusammen.


Mittwoch, 03. Juli 2002

Übernachtung am Kaspischen Meer einige Kilometer nördlich Leysär bzw. südlich Astara
Am Strand unter "Aufsicht der Armee"
Pos. N 38° 15,263' E 048° 53,175' Höhe -4 Meter

Tageskilometer 375

Unsere Strecke: Täbriz, Ahar, Meshguin-Shar, Ardebil, Astara und dann nach Süden, der Küste entlang.

In Ahar kauften wir den Tagesbedarf ein. In der Bäckerei standen vier Reihen Bänke, dort warteten die Menschen auf ihr Fladenbrot. Wir setzten uns und warteten, sofort wurden wir bedient. Ob die Menschen uns schnell loswerden wollten? Oder ob sie uns bevorzugt bedienten? Wir wissen es nicht. Für unsere zwei Fladenbrote zahlten wir 400 Rial, ca. 6 ct. Die Bäcker arbeiteten in dem Raum, in dem auch die Kunden warteten. Die Öfen wurden mit Gas beheizt.

Auf dem Markt vor der Bäckerei kauften wir Tomaten und Zwiebeln. Der Händler konnte unseren Wunsch nicht so erfüllen, wie wir das wollten. Er nahm ein paar Tomaten und Zwiebeln aus der Tüte, dieses Gewicht konnte er ausrechnen.

Ein Stück weiter, bei Meshguin-Shar machten wir Mittag: Tomaten, Fladenbrot, Wurst aus der Dose.

Die Kontraste auf dieser Strecke waren hart: Ernte mit Sichel und Sense, zehn Kilometer weiter ein CLAAS-Mähdrescher. Wie hat das Gerät den Weg aus Westfalen bis in den Iran gefunden?

Den ganzen Morgen lang sahen wir keine Moscheen mehr, die erste wieder bei Ardebil, klein und verwahrlost. Ab hier fuhren wir auf dem "Märtyrer-Dadman-Highway" Richtung Astara. Eine große Tafel mit Bild des "Märtyrers" stand am Beginn des Highways. Wir fuhren von nun an dicht an der Aserischen Grenze entlang. Verrosteter Stacheldraht und grün-weiß-rote Betonsäulen aus Abwasserröhren kennzeichneten die Grenze. Ab und zu ein Wachturm.

In Astara, kurz vor dem Kaspischen Meer tranken wir Tee auf einem Platz mit vielen Bäumen und regem Betrieb. Wir bummelten lange über einen großen Markt, dort gab es fast alles. Ich hatte erwartet, daß auf dem großen Parkplatz auch Aserische Busse stehen würden. Es war aber kein einziges Auto aus dem Nachbarland zu sehen.

Insgesamt hatten wir den Eindruck, hier geht es etwas lockerer zu. und erreichten kurz danach das Meer. Drei Frauen "im vollen Ornat" d. h. mit Shador und Kopftuch badeten im Meer.

Ein Stückchen weiter hielten wir an, Alfred mußte ins Wasser. Ich lief den steilen, steinigen Strand entlang und fand ein Muschelfragment. Das war wunderschön, es liegt heute auf dem Schränkchen im Flur, ich freue mich immer wieder daran.

Ca. zwanzig Kilometer südlich Asmara sahen wir die zweite Beerdigung der Reise: Männer trugen ein Lattengerüst, in dem die Leiche lag. Ein langer Trauerzug dahinter, keine Frauen.

Kurz darauf kamen wir in die "Reiskammer" Irans. Zwischen Straße und Meer ein breiter Grüngürtel mit Reispflanzen. Von der Straße war das Gebiet mit Drahtzäunen abgegrenzt, ab und zu ein kleines Tor als Zugang zu kleinen Ansiedlungen.

Gegen 18 Uhr suchten wir ein Nachtquartier und fanden es direkt am Strand. Bei der Suche begegnete uns ein Bauer, der mit seinem Traktor durch eine Furt fuhr, die Vorderräder verschwanden dabei völlig im Wasser. Arme Radlager...

Wir fanden eine feine Stelle dicht am Wasser und ruhig. Die vielen Jugendlichen, die neugierig ankamen, baten wir uns allein zu lassen. Sehr höflich entsprachen sie unserer Bitte.

Zwischen Wasser und Strand standen viele Baumstrünke, nach Reiseführer ist der Wasserspiegel des Kaspischen Meeres gestiegen und hat die Bäume absterben lassen.

Gerade wollten wir nach dem Abendessen zum gemütlichen Teil übergehen, als ein Mann auf einem chinesischen Fahrrad ankam und sich alle Mühe gab uns zu vertreiben. Wir stellten uns beide stur, ich fragte ihn nach seiner Legitimation. Woher er das Recht nähme uns zu vertreiben. Da wies er auf sein Funkgerät. Er sei von der Armee (er war in Zivilkleidung). Nach längerer Diskussion und Funkverkehr wies er uns an ihm zu folgen. Wir hatten ihm klargemacht, daß man in Iran frei campen dürfe und wir uns weigerten in einem Hotel zu schlafen. Ich war dabei nicht besonders freundlich zu dem Mann.

Er strampelte mit aller Kraft durch den Sand, an vielen Stellen sanken die Räder seines Fahrrads ein. Nach ca. einem Kilometer sahen wir eine Hütte am Strand, ein Fahnenmast auf dem Dachfirst. Ein Soldat mit umgehängter MP drängte in unser Fahrzeug, der Mann auf dem Fahrrad weiter vorneweg. Direkt vor der Hütte stieg der Soldat aus und bedeutete uns, hier könnten wir über Nacht bleiben. Wir waren mehr als überrascht. Wir hatten uns auf einiges und noch was gefaßt gemacht und nun konnten wir hier einfach so über Nacht stehen. Der Platz war eigentlich noch besser als der von uns ausgesuchte.

Der Armeestützpunkt war ein armseliger Bau, zur Beleuchtung eine nackte
Glühlampe
Aufbau der Glühlampe
Glühlampe
vor dem Eingang, ein halb versunkener Anhänger mit Tank schien das Wasser für den Außenposten zu enthalten.

Hier konnten wir ungestört baden, der Soldat hielt uns die Buben vom Leib und wir verbrachten eine ruhige Nacht "unter dem Schutz der Armee", bestehend aus einem Soldaten in Uniform. Der zweite Soldat in Zivil hatte inzwischen Feierabend gemacht. Unsere neue Position war N 38° 14,542' E 048° 53,386'.

In der Nacht hatten wir starken Regen.

Gruß janus

Bebbo

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Friday, December 10th 2010, 11:11am

Hallo Janus,

habe Deinen Reisebericht wieder einmal nach oben geholt .

Wann geht es denn weiter mit Deinem Bericht ? Finde ich, und bestimmt auch andere hier im Forum interessant ! :::020:::

Viele Grüße

Stefan

janus

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4

Friday, December 10th 2010, 1:09pm

Fahrt durch Iran

Hallo Stefan,

ja gern, wenn es denn Jemanden interessiert. Da kommt bald eine Übernachtung am Kernkraftwerk Busheer, vielleicht wird es dann interessant.

Gruß janus

janus

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5

Friday, December 10th 2010, 1:28pm

Fahrt durch Iran 3

Donnerstag, 04. Juli 2002

Übernachtung im Alborz-Gebirge am Berg in der Nähe von Gachsar, ca. 100 km nördlich Tehran
Pos. N 36° 25,819' E 051° 17,100' Höhe 628 Meter

Tageskilometer 408

Die Strecke: am Meer entlang nach Osten, Talesh, Bandar-e-Anzali, Ramsar, Chalus, vom Meer nach Süden Richtung Isfahan.

Durch Reisfelder suchten wir am Morgen den Weg zur Straße. Das war nicht ganz einfach. Wir mußten durch eine Ansiedlung. Dabei bemerkten wir erst, wie viele Siedlungen zwischen der Straße und dem Meer lagen. Eigentlich auch natürlich. Die vielen Reisfelder entstehen nicht von alleine, hier ist die Reiskammer des Iran.

Wir mußten einige Tore öffnen, die den Weg zur Straße versperrten, einmal sind wir in einem Hof gelandet. Die Menschen waren alle freundlich, obwohl das recht hohe Auto bei der Durchfahrt Bäume beschädigte.

Der relative Wohlstand dieser Gegend zeigte sich durch vielen Müll an der Straße. Kein Meter ohne Müll!

In Bandar-e-Anzali versuchte Alfred Kaviar einzukaufen. Die Antwort war "Ayatollah" und die Geste des Halsabschneidens. Eine Geste, die wir uns nicht erklären konnten. Laut Reiseführer gab es hier Kaviar zu kaufen. Die Erläuterung erhielten wir erst in Isfahan durch Herrn Mostafa Ayati, dem Zöllner. Der Kaviarhandel ist Staatsmonopol! Privathandel wird streng bestraft.

Einer der wichtigsten Vorgänge der Reise fand hier statt: Alfred kaufte einen Perserteppich für das Wohnmobil. Einen echten Perser! Beim Verkaufsgespräch stellte der Verkäufer die besonderen Vorteile eines Teppichs heraus: Chemiefaser von Bayer. Zum Entsetzen des Verkäufers nahm Alfred einen Teppich ohne Chemiefaser für EURO 10,-, der war "persischer".

Wir beschränkten uns daher auf einen ausgiebigen Stadtrundgang und tauschten Geld. Es war wieder erstaunlich, hier konnten wir EURO tauschen! Ich erhielt für EURO 15,- 115.500 Rial. In einer Bank war das nicht möglich, aber wohl in einem kleinen Laden für Nüsse, Bonbons und andere Leckereien. Der Mann sprach auch einige Worte deutsch.

Als Mittagessen wollte ich Königsberger Klopse mit Kartoffeln machen. Leider war Alfred von seiner Haushälterin schon so verwöhnt, daß er als Ausrede meinte: "Das ist nicht landestypisch!" Also wieder Tomaten, Käse, (Fladen-)Brot.

Nachmittags wieder ans Wasser. Hier wollten wir baden. In der Nähe waren lange Tücher ins Meer hinein gespannt. Wir vermuteten, daß hier ein "Damenbad" den Blicken entzogen werden sollte. War aber nicht so spannend, das war ganz einfach die Badestelle, hier wachte ein Mann auf einem hohen Gestell und pfiff Leute zurück, die seiner Meinung nach zu weit in die Gefahr raus geschwommen waren.

Wir wurden jedenfalls aus dem Wasser "gezogen" und ins "Damenbad" geschickt.

Unser Abendessen nahmen wir in einem Restaurant, der Reiseführerempfehlung folgend, ein. White fish in Ramsar im Restaurant Gole Sorx für 62.000 Rial. Der Autor dieser Stelle im Reiseführer muß wohl sehr, sehr hungrig gewesen sein. Mein Essen schmeckt mir viel besser!
Hier war man bereit Alfred zu seinem Kaviar zu verhelfen. Allerdings sollte er schon ein Kilogramm abnehmen. Was es kosten sollte, das weiß ich nicht mehr. Aber es war Alfred zu teuer. Es war auch wirklich sehr viel Geld.

Das Kaspische Meer ist Wochenendziel der Tehraner. Viele Fahrzeuge von dort kamen uns entgegen. Deutlich ersichtlich der höhere Lebensstandard der Hauptstädter. Die Autos waren zwar alt, aber größer als der Durchschnitt. Es war Donnerstag, Wochenende für Moslems. Der flotte Fahrstil hatte sichtlich Tribut gefordert. Das muß für die Betroffenen eine Katastrophe gewesen sein. Neubeschaffung eines Fahrzeuges dürfte in Iran mehr als schwierig sein.

Unseren Schlafplatz suchten wir oberhalb der Straße am Berg, an einem Feldweg. Der Platz war gut gewählt, keine Störung am Abend oder in der Nacht.

Freitag, 05. Juli 2002
Isfahan, Campingplatz,
Pos. N 32° 35,684' E 051° 40,118' Höhe: 1.745 m

Tageskilometer 641


Die Strecke: Tehran, Gom, Delijan, Isfahan.

Es nieselte ein bißchen. Viele 125er Fahrer kamen uns entgegen. Plastiktüten an den Füßen, Stirnband gegen die Kühle um den Kopf. Neben der Straße standen noch einige Autos geparkt, die Insassen auf Decken schlafend daneben. Vermutlich waren sie alle auf dem Weg zum Kaspischen Meer. Circa 40 km vor Gachsar durchfuhren wir eine Felsenschlucht mit unglaublich schönen Kurven. Hier mit dem Motorrad lang, das wäre was...

Gegen 8:30 fuhren wir über einen hohen Paß. Kurz vor dem Sattel ging es durch einen Tunnel, die alte Straße über den Sattel war gesperrt. Für Alfred kein Problem. Und so erreichten wir die Höhe von 3.001 Meter. Unser beider GPS zeigten die selbe Höhe an. Erstaunlich, daß in dieser großen Höhe noch Häuser standen, in denen Menschen lebten!

Weiter abwärts bei N 36° 09,009' E 051° 17,458' bremste ein Erdwall die Fahrt. Wir mußten zurück und durch den Tunnel.
(In diesem Tunnel, den wir gezwungenermaßen befuhren, sind einige Monate später Menschen bei einem Einsturz ums Leben gekommen.)

Die Straße "Freeway to Tehran" war ab Kraj für Motorräder verboten. Teheran, eine schmutzige und große Stadt ohne jeglichen Reiz für uns, wir wollten nur durch und folgten den Schildern nach Ghom (Ghõm, iran. Stadt 130 km ssw. von Teheran, 551000E. Bed. Kunsthandwerk. Schiit. Wallfahrtsort (Fatima-Heiligtum); Gräber mehrerer Safawidenherrscher)

Noch in Teheran fielen uns Hinweisschilder HOLY SHRINE auf. Sie führten zum großen Friedhof der Gefallenen im Irak-Iran Krieg und zum Grabmal des Ajatollah Khomeini.

(Khomeini Khomeini, Ruhollah Mussawi [pers. xomeîni (Chomeini,Chomaini ),*Khomein 17.5. 1900, †Teheran 3.6. 1989, iran. Schiitenführer (Ajatollah) und Politiker. 1964–79 im Exil (Irak, ab 1978 Frankreich); steuerte eine Aufstandsbewegung gegen Schah Mohammed Resa Pahlewi und kehrte nach dessen Sturz am 1.2. 1979 nach Iran zurück; baute ein diktator. Gesellschafts- und Regierungssystem auf, das sich streng an islam.-fundamentalist. Grundsätzen ausrichtete und die führende Rolle der schiit. Geistlichkeit festlegte; das von ihm geschaffene Amt des ›Führers der Nation‹ als letzte Instanz in allen polit. und religiösen Fragen übernahm er selbst.) Dieser Einschub ist aus WIKIPEDIA übernommen. Leider hat das mit dem Foto nicht geklappt.

Ohne lange zu suchen folgten wir den Schildern, die waren wirklich perfekt angeordnet. Wir landeten auf einem riesigen Parkplatz. Der Platz war noch nicht alt, kaum Bäume, kein Schatten. Mengen von Omnibussen. Hundert Meter weiter ein riesiger Moscheenkomplex. Wir sahen drei riesige blaue Kuppeln und eine goldene. Weiter vier Minaretts. Das ganze war eine riesige Baustelle. Das Mausoleum des Ajatollah war noch im Bau, ein großes Rohrgerüst mit Planenverkleidung schützte den Sarkophag. Der Raum war klimatisiert. Eingang für Männer und Frauen getrennt, Metalldetektoren im Eingang (Fa. HEIMANN). Natürlich eine Gelegenheit seine Schuhe abzugeben. Das waren riesige Regale, die von drei Männern bestückt wurden. Damit man die richtigen Schuhe wieder finden konnte, gab es eine Marke.

Nach dem Eingang trafen Männer und Frauen wieder zusammen. Die riesige Halle wurde durch den Sarkophag, ein Granit(?)block innerhalb eines Metallgitters beherrscht. Vor dem Sarkophag ein Ständer mit aufgeschlagenem Koran. Viele Menschen gingen um das Gitter herum, sich immer wieder festhaltend. Hinter dem Gitter lagen große Mengen an Geldscheinen. Der Boden der Halle bestand aus grünem Marmor, der Raum war klimatisiert. Bei der Außentemperatur eine Notwendigkeit.

Kinder spielten fröhlich laut in dem Raum, versuchten an den Gittersäulen des provisorischen Gebäudes hoch zu klettern, niemand verwehrte es ihnen. Irgendwie paßten die spielenden Kinder zur Situation. Der Tod gehört zum Leben. Das wurde mir hier ganz deutlich.

Bei der Abfahrt mußten wir durch den Friedhof durch. So weit das Auge reichte, Grabstein an Grabstein. Das war der Blutzoll, den Iran bei der Abwehr des Irakischen Angriffs entrichten mußte.

Wir fuhren weiter, nach Ghom. Die Fatima Moschee darf von Nicht-Moslems nicht betreten werden, so mußten wir die Stadt einfach durchqueren. Allerdings ist uns dort auch nichts besonderes aufgefallen. In den europäischen Nachrichten hören sich Meldungen aus der "heiligen Stadt Ghom" besonders an, das ist aber eine Stadt wie jede andere.

Unterwegs machten wir Rast, tranken einen Tee. Die Raststation war unterteilt in je einen Raum für Familien und Frauen sowie einen Raum für Männer. Allerdings mußten die Frauen auf dem Weg zur Toilette durch den Männerraum durch.

Gegen 17 Uhr erreichten wir Isfahan. Den Campingplatz nach dem Pfeil meines GPS zu finden, das war ganz einfach! Mich hat das wieder sehr erstaunt. In einer so riesigen Stadt auf Anhieb einen kleinen Campingplatz zu finden, ohne jemanden fragen zu müssen, das ist schon großartig!

Der Platz kostete übrigens US$ 5,00 per Person und Nacht. Für iranische Verhältnisse ein Vermögen. Das waren rund 290 Liter Diesel pro Person und Nacht!!!!!!

Am Abend hatten wir ein nettes Erlebnis: Ein Bub brachte uns auf Schälchen ein paar Leckereien. Irgendwo in den Häusern, die zum Platz gehörten, feierten Menschen ein Fest. Was da gefeiert wurde, das konnten uns die Kinder nicht erklären. Vermutlich ein Beschneidungsfest.

Die Positionsangaben könnt Ihr auf GOOGLE EARTH nachschauen.

Bebbo

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6

Friday, December 10th 2010, 4:38pm

Einfach super !

Eine Art Abenteuerreise , nur um ein Unfallmotorrad aus dem Iran zu holen ! Respekt !

Dein Bericht liest sich wie ein gutes Buch !

Bin auf den nächsten Tagesbericht von Dir gespannt .
Hast Du ein Tagebuch geführt, oder schreibst Du aus der Erinnerung ?

Gruß Stefan

janus

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7

Friday, December 10th 2010, 5:16pm

Hallo Stefan,

das geht nicht aus dem Gedächtnis (zumindest nicht bei mir). Täglich Aufzeichnungen machen und dann zu Hause ausführlich schreiben. Das schöne ist nach einer solchen Reise die Punkte auf GOOGLE EARTH von oben anzuschauen.

Es wird noch interessanter. Im Nachhinein kann man grinsen, wenn ein Reifen geplatzt ist und das Radkreuz zu Hause liegt und es so an die 50°C sind. Da kann man dann nur kleine Brötchen backen wenn der Helfer mit Radkreuz sich als Hitlerfan gibt, wenn man unter Flakbewachung schläft (und gaanz heimlich sein Bier trinkt).

Gruß janus

janus

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8

Friday, December 10th 2010, 6:24pm

Ergänzung Übernachtung Täbris

Hallo Viller,

ich komme noch nicht so ganz klar mit dem Forum (Helmut, kann die Bearbeitungszeit für Korrekturen verlängert werden?). Gern hätte ich die neue Adresse von Hossein zugefügt, geht aber nicht mehr. Zu spät.

Wer mal reinschauen möchte: http://www.iranoverland.com/

Wer die angegebenen Positionen nachschauen möchte, die im Bericht genannte Pos. in den Zwischenspeicher nehmen und in GOOGLE EARTH kopieren.

Gruß janus

janus

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9

Sunday, December 12th 2010, 5:01pm

Fahrt durch Iran 4

Samstag, 06. Juli 2002
Isfahan, Hotel Abbasi


An diesem Tag wollten wir zum Zoll-Lager um nach der GS zu schauen. Alfred hatte die Adresse und die Telefonnummer des Sachbearbeiters. Beim Empfang des Campingplatzes erkundigten wir uns nach dem Weg. Alfred war ihn schon einmal gefahren, die Erinnerung daran war zu schwach um ohne nähere Information los zu fahren.

Der Campingwirt nahm Kontakt mit der angegebenen Nummer auf und sagte uns: "Das finden Sie nie. Nehmen Sie ein Taxi!" Als wir ihn fragten, wie die Adresse sei, da meinte er: "Das findet der Taxifahrer schon."

Auf unsere weitere Nachfrage rief er nochmals an und erfragte die Adresse. Nach der Beschreibung war das dann ganz einfach: Rechts ab, bis unter die Brücke, bei der nächsten Möglichkeit links ab und dann zurück. Danach irgendwo rechts. Wir buchten aus, denn Alfred wollte das Wiedersehen mit seinem Motorrad mit einem Aufenthalt in einem Spitzenhotel krönen. Dazu lud er mich ein.

Die Zollstation war einfach zu finden. Alfred stürmte nach einem Gespräch mit dem Pförtner rein und fand auch gleich einen Gesprächspartner. Der Mann machte es möglich, daß wir in die Lagerhalle laufen konnten. Da stand das Schmuckstück unter einer Plane. So, wie er es vor acht Monaten verlassen hatte. Sogleich kam einer der Lagerarbeiter an und fragte Alfred: "Hast Du mir das Bier mitgebracht?" Alfred hatte ihm das seinerzeit versprochen. Weil ich das Bier gut versteckt hatte und Alfred mit dem Lockangebot im Kühlschrank den kontrollierenden Zöllner an der Grenze zufrieden gestellt hatte, hatte Alfred das Versprechen einhalten können.

Herr Ayati kümmerte sich rührend um unser Anliegen und brachte einige Leute auf Trab. Da er sich so intensiv bemühte, lud Alfred ihn zum Abendessen ins Abbasi-Hotel ein. Herr Ayati instruierte noch einige Mitarbeiter über die anstehenden Arbeiten zur Auslösung der GS am Sonntag, er würde dann abwesend sein. Uns erklärte er, daß wir einen Brief für evtl. Polizeikontrollen bekämen und einen zweiten, versiegelten, Brief für den Zollchef in Bazargan.

Eine kleine Erklärung für die Mühe, die er sich machte, war die Tatsache, daß der Zoll in Isfahan die Unterlagen über das im Zollverschluß lagernde Motorrad verbaselt hatte. Der Zoll aus Bazargan -das war die seinerzeitige Einreisestelle- hatte dem Zoll in Isfahan mit Unterlagen aushelfen müssen.

Wir kamen so weit, daß am Mittag, als das Zollamt schloß, alles so weit gediehen war, daß wir am nächsten Tag das Motorrad abholen könnten.

Mehr als zufrieden fuhr Alfred Richtung Abbasi. Ich rief vom Hotel aus Herrn Ayati an und präzisierte die Einladung. Der arme Kerl, verstand nichts, auf seine Frage, wo wir wohnten, hatten wir ihm gesagt: "Campingplatz!" Nun kam eine Einladung in ein Luxus-Hotel, das paßte nicht zusammen. Ich mußte ihn mit der Hotel-Rezeption verbinden, damit von dort aus die Adresse für die Einladung wiederholt wurde.

Zum besseren Verständnis: Ein AKW-Bauarbeiter in Busher verdient US$ 100 / Monat. Das dürfte auch das Gehalt von Herrn Ayati sein. Der Hotelaufenthalt für uns zwei kostet pro Tag US$ 154. Kein Wunder, daß der Mann etwas durcheinander war. Wir verbrachten einen netten Abend im wunderschönen Innenhof des Hotels. Der Platz ist ca. 110 x 110 Schritte groß. An der Stirnseite konnte man Tee trinken. Der Duft zog durch den ganzen Hof. Herrlich....

Zusammen aßen wir und unterhielten uns in (unserem beschränkten) Englisch. Herr Ayati klärte uns in hervorragend gutem Englisch auf, über das Handelsmonopol des Staates für Kaviar, über den Biereinkauf in Iran. Also, man kann doch Bier in Iran kaufen. Allerdings nur, wenn man den Verkäufer sehr gut kennt. Seine Vorschläge für die Essensauswahl waren sehr gut, wir aßen und sprachen miteinander sehr, sehr gut.

Hier ein Bonmot zu Alkohol: „Beim Schah hatten wir drei Großbrennereien. Heute haben wir dreitausend Kleinstbrennereien.“ Das haben wir einige Tage später auch unangenehm erfahren.



Sonntag, 07. Juli 2002
Isfahan, Hotel Abbasi


Wir wollten, sollten, um 8 Uhr beim Zoll sein. Wir waren pünktlich, dazu sind wir um 5:30 Uhr aufgestanden. Das Frühstück war erst ab 7 Uhr möglich, bis zum Zoll waren es 12 Kilometer Luftlinie.

Trotzdem frühstückten wir in Ruhe. Der Raum bot einen besonders schönen Ausblick auf eine Moschee-Kuppel. Wir begegneten einer Familie, Mutter und Sohn sprachen Deutsch, der Vater Arabisch... (oder Farsi?)

Alfred hat ein unglaublich gutes Ortsgedächtnis. Er sauste mit seinem TOYOTA ohne einmal zu zögern die 12 Kilometer zum Zoll. Die Formalitäten konnten wir schnell erledigen und dann zum Motorrad, vorbereiten zum Aufladen!

Aber zuerst die Schuld beim Lagerarbeiter abtragen. Das war nicht ganz einfach. Es durfte doch keiner sehen, was er seiner Plastiktüte abschleppte. Und wo sollte er sie verstecken...

Wir kippten die GS auf die Seite, um Teile abschrauben zu können. Gleich lief Öl aus. Wir schämten uns und suchten sofort nach Lappen um alles aufsaugen zu können. Die Lagerarbeiter verstanden unsere Hektik nicht: "Laß doch laufen..." So entfernten wir die Gabel, das Öl lief aus den Holmen als sie umfielen. "Laß doch laufen..." Man hat uns daran gehindert, das Öl zu entfernen. Den Tank, der geborsten war, ließen wir zurück, ebenso die Vorderradgabel. Den Auspuff bargen wir in der Kabine. Wir wollten die Last auf die Hinterachse so klein wie möglich halten.

Mit einem Gabelstapler hob ein Lagerarbeiter den Rest der GS auf den Ausleger des TOYOTA. Mit ein paar Gurten ließ sich das Motorradfragment gut verspannen. Ein Zollmitarbeiter gab den Segen des Staates in Form zweier staatlicher Plomben. Er übergab uns die avisierten Briefe. Das gab ein Gefühl der Sicherheit. Die Iranischen Polizisten können manchmal recht neugierig sein. Mit dem Brief für die Polizei hatten wir eine gute Erklärung für diesen Transport.

Fertig! Wir hatten das geschafft, was der ADAC nicht konnte. Ein Motorrad aus Isfahan zur Reise nach Deutschland aus dem Zoll zu holen! Die Anreise war ja lang genug: 6.492 Kilometer bis Isfahan.

Zum Abschluß bedankte sich Alfred beim obersten Zollchef, ein orientalischer Potentat. Alle "Bittsteller" wurden aus dem Büro gescheucht und der Chef nahm Alfreds Worte mit großer Freude entgegen. Schließlich hatte er, der Chef, Internationale Verwicklungen aufgelöst!!

Wir fuhren Richtung Hotel, an der Pol-E-Khadju Brücke vorbei. Ebenfalls eine zweistöckige Brücke, genau so schön wie die bekannte Si-O-Sepol Brücke.

Ich hatte Gelegenheit in ein Internetcafé in der Nähe des Hotels Naghse Jahan zu gehen. Dort war man sehr stolz auf die Satellitenverbindung, war auch toll. Ganz schnell konnte ich Janny eine kurzen Bericht senden.

Die Zwischenzeit verbrachte ich mit Karl-Heinz-Böhm in einem uralten Film. Man staune, auch in Isfahan kann man solche Schmarren im ZDF (!!!) sehen.

Alfred wollte einige Kleidung im Hotel waschen lassen. Als ich ihm die Preise dazu zeigte, war es auch ihm zuviel. Also machten wir große Wäsche in der Badewanne. Das Wetter war so warm, daß wir in kürzester Zeit mit trockener Wäsche rechnen konnten.
Unser Auto stand auf einem verschlossenen Hotel Parkplatz. Da wir uns landfein machen wollten, ließen wir uns den Parkplatz aufschließen und Alfred zog sich im Auto um, während ich den Wassertank füllte. Ohne anzuklopfen stieg der Hotelpförtner in das Auto ein. Er hatte Alfred rein gehen sehen, wußte also, daß er drin war. Alfreds Englisch ist auch nicht besser als meines. Daher staunte ich, welche englische Schimpfkanonade auf den Pförtner niederprasselte. Hatte der Mann auch verdient. Der wird das sicher nie mehr in seinem Leben machen, einen nackten Europäer in seinem Auto zu überraschen.

Anschließend Bazar...
Als ich ganz interessiert einem Kupferschmied zuschaute, da bat mich sein Assistent um eine Postkarte aus Deutschland. Die Adresse war ganz einfach: Mr. Ahmady, Esfahan-Coper Bazar. Die hat er auch von mir bekommen. Aber ob sie angekommen ist? Ich sandte eine Ansichtskarte von Neuschwanstein.
In der Bazargegend am großen Platz besah Alfred eine Moschee, ich wartete draußen, ich wollte die Menschen nicht beim Gebet stören. In der Zwischenzeit unterhielt ich mich angenehm mit einem Syrer. Als ich ihm von der vergangenen Reise erzählte, daß ich auch in Syrien war, da wurde er besonders freundlich. Ja, bis zu dem Moment, als ich ihm sagte, daß wir seinerzeit über Haifa per Fähre nach Italien fahren wollten. Er wurde sehr unangenehm. Gern hätte ich mit einem Araber über das Palästina Problem gesprochen um einmal eine andere Meinung kennen zu lernen. Leider war das nicht möglich.

Alfred kam aus der Moschee, sie sei so sehr schön, daß ich trotz Gebetsstunde einen Blick reinwerfen solle. Ich hatte ein rotes Hemd mit Explo-Aufdruck an, als Tourist sofort kenntlich. Natürlich hat mich der Wächter am Eingang mit Hinweis auf die Gebetsstunde -zu Recht- am Eintritt gehindert. Alfred aber sah so seriös aus, daß er wieder hinein gekonnt hätte.

Das Abendessen nahmen wir wieder im Abbasi ein. Allerdings schmeckte es nicht so gut wie am vergangenen Abend, die Beratung durch Herrn Ayati fehlte.

Wer sich einen Eindruck von diesem Luxus Hotel verschaffen möchte, der schaue hier: http://www.abbasihotel.com/. Nicht daß hier Jemand meint, da bin ich immer zu finden... Aber interessant war es schon!

Gruß janus

janus

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10

Friday, December 17th 2010, 11:32am

Fahrt durch Iran 5

Montag, 08. Juli 2002

Übernachtung auf dem Campingplatz in Shiraz

Pos. N 29° 36,666' E 052° 34,289'
Tageskilometer 498

Die Strecke: Isfahan, Sharezä, Amin-Abad, Abadeh, Marvdasht, Shiraz.

Die Rechnung im Abbasi betrug US$ 308,00, in Rial: 2.305.932, in Diesel: 17.737,9 Liter! Auch für ein Telefongespräch mit seiner Frau löhnte Alfred recht ordentlich. Für diese Dieselmenge hätte Alfred bei Deutschen Preisen eine nennenswerte Beteiligung an den Hotelaktien erwerben können.

Unsere Strecke war nicht bemerkenswert, bis wir gegen Mittag neben der Straße Lehmhäuser sahen. sie schienen nicht mehr bewohnt.

Am Nachmittag überholten wir einen alten MACK. Da lag doch der Beifahrer auf der Motorhaube und erholte sich. Für uns stellten die beiden die Szene nochmals, so daß Alfred das fotografieren konnte. Er versprach, ein Foto zu senden. Ob er das getan hat??

Wir legten eine Strecke über 32 km absolut geradeaus zurück. Sicher war die Strecke noch länger. Denn als wir bemerkten, daß wir schon lange ohne Kurven fuhren, da waren wir schon einige Kilometer unterwegs.

Gegen 19 Uhr kamen wir in Shiraz an. Den Campingplatz suchten wir nach GPS. Das war wieder ein Erlebnis, im Kreisel eine Straße verkehrt gefahren, gleich gemerkt und sofort gefunden. Am Tresen war ein ganz lieber junger Mann, er sprach auch einige Worte Deutsch. Er konnte keine US$ entgegennehmen. Der Geldwechsel wäre schwierig geworden, weit weg. Da nahm Alfred den Mann ins Gebet, mit dem Erfolg, daß die Zahlung in US$ möglich wurde. Am Abend kruschte der "Herr des Rasens" sicher zwei Stunden lang beim Rasenbewässern. Der Campingplatz war Iranischer Standard, Betonflächen für die Zelte, rundherum ein sehr gepflegter Rasen. Wir waren die einzigen Gäste.

Zum Abendessen gab es Königsberger Klopse und Kartoffeln.

Dienstag, 09. Juli 2002

Übernachtung am Strand von Busher am KKW
Pos. N 28° 50,235' E 050° 52,552'
Tageskilometer 322

Die Strecke: Shiraz, Kazerun, Daraki, Cheghadag, Busher.


Vor der Abfahrt nochmals Bazar! Alfred brauchte noch zwei "Perserteppiche" für das Auto. Die erstanden wir für US$ 12,00, dazu noch 6 Edelstahlbecher für US$ 3,00. Nun war er echt zufrieden. Im Fußraum zwei echte Shiraz-Teppiche und unter dem Tisch ein echter Bandar-e-Anzali-Teppich. Nun konnten wir weiter. Das Ziel: Die GS und drei echte Persische Teppiche waren an Bord!

Wir fuhren durch ein gigantisches Gebirge, auf 600 Meter Höhe hatten wir 44° C in der Kabine. Kurz nach Kazerun, auf Pos. N 29° 28,184' E 051° 20,395' ereilte uns das Unglück.

Von der Straße aus sahen wir eine Brücke über einen Fluß, der führte auch Wasser. Bei dieser Temperatur was besonders Schönes. Die Brücke war mehr als baufällig, das hatten sogar die Iraner erkannt und über den ersten Bogen Stahlträger und Blechplatten (bis 10 mm Dicke ist alles Blech!) gelegt. Zu Fuß hätte ich Probleme gehabt, Alfred wollte mit dem Auto darüber. Also Augen zu und drüber. Ging gut. Auf der anderen Seite konnten wir das Auto parken. Bei der Hitze mußte ich ins Wasser. Gemäß Umgebung beherrschte ich mich und bin mit Jeans und Hemd rein. Herrlich!! Nach ca. 15 Minuten war sogar der Hosenbund wieder trocken, es war halt gut warm.

Wir verabredeten, daß Alfred über die Brücke zurück fahren sollte und ich von unten einige Fotos machen würde. Alfred fuhr nur einige Meter, da knallte es. Ich dachte, daß die gesamte Motorradaufhängung abgerissen wäre. "Das wird ein Riesenproblem" dachte ich und lief zum Auto. Da sah ich, daß der linke hintere Reifen geplatzt war. Bei der Fahrt war das Auto mit der Reifenflanke auf ein Rohrende, unter dem Sand verborgen, gefahren. Dabei hat das Rohr den Reifen aufgeschlitzt. Alfred hatte keine Chance, das Rohrende war nicht sichtbar.

Kein Problem, nur eine Frage der Zeit. Wir hatten ja ein Reserverad. Hatten wir auch, aber keinen Schlüssel um die Radmuttern zu lösen! In Ruhe durchsuchten wir das ganze Auto, kein Schlüssel zu finden. Der lag im Feuerwehrhaus in Emskirchen.

Wir lagen ca. 200 Meter von der Straße weg. So lief Alfred zur Straße, suchte ein Auto mit passendem Schlüssel. Bei der Hitze war das schon eine besondere Arbeit. Und er fand ein Auto!

Ich kurbelte derweil mit Angst das Auto weiter hoch. Wir hatten in allem Pech noch viel Glück. Das Auto stand auf einer kleinen Fläche, fast wie betoniert. Ich traute der Standfestigkeit nicht, wie sicher war der Grund auf dem der Wagenheber stand?

Nach kurzer Zeit schon kam Alfred in einem Auto an, ein Mann stieg aus: "I love Hitler, I love SS!" In dieser Situation richtig zu reagieren, das ist schwer, ich ermannte mich, reichte der Autobesatzung je ein Cola. Das war, eiskalt, hier schon was besonderes. Ein Bursch packte Alfred mit an und in ein paar Minuten war das Problem behoben. Nun konnte ich die vereinbarten Fotos machen...
Nach wenigen Kilometern waren wir in Busher. Das ist die Stadt, bei der das Kernkraftwerk steht, dessen Grundstein noch unter den Schah gelegt wurde. Wir fuhren am Golf entlang, sahen Wasser und bei der Einfahrt ein "Kriegsschiff" auf einem Kreisel. Wieder ein tolles Denkmal.

Fast aus Zufall fanden wir gleich einen Reifenhändler. Für einen gebrauchten Reifen, Schlauch und Montage verlangte er US$ 15,00. Ein annehmbarer Preis. Keine halbe Stunde, da war der Reservereifen wieder brauchbar. Nur einen passenden Schlüssel hatte er nicht für uns. Dafür aber einen Tip für einen Campingplatz: "Ungefähr 10 km, da ist ein Campingplatz!

Der Weg war einfach. Er führte am Wasser entlang in Richtung Kernkraftwerk. Nach weit mehr als zehn Kilometern hatten wir noch keinen Platz gefunden. So fragten wir eine Frau, die wies in unsere Fahrtrichtung und bestätigte ausdrücklich, daß es da einen Campingplatz gäbe. Immer noch war nichts zu finden. An einer Kreuzung fanden wir einen Mann auf einer 100er HONDA. Er bestätigte die Existenz des Platzes und fuhr voraus. Schön war, daß er ein bißchen Deutsch sprach. Er lieferte uns nach kurzer Wegstrecke an einem von Soldaten bewachten Schlagbaum, ganz dicht am KKW ab. Er verhandelte mit den Soldaten, erhielt keinen Einlaß für uns. Grund, wir wären keine Russen! Er bot uns dafür eine Alternative, bei sich zu Hause und fuhr wieder voraus. Von der Straße ab, an einem Schlagbaum mußten wir halten, unser Führer erwirkte Einfahrt für uns und hielt dann in einer Siedlung, wollte uns unbedingt in sein Haus einladen. Das war es aber, was wir unter keinen Umständen wollten. Nach kurzer Diskussion ging er auf Alfreds Vorschlag ein, wir könnten ja am Strand übernachten!

Zu unserer Überraschung mußten wir an einer Maschinengewehrstellung mit Soldaten vorbei, fanden einen Platz unter Palmen, direkt am Meer. Der Helfer kündigte an, daß er abends noch einmal vorbei kommen würde. Es wurde ein interessanter Abend. Nxxxx Axxx, so stellte er sich vor, brachte zwei Brüder und einen Freund mit. (Ich möchte nicht, daß N.xxx Probleme bekommt, deswegen die xx)

Er arbeitete sein ganzes Leben lang am Kernkraftwerk Busher. Dort hatte er Deutsch gelernt, bis mit Fall des Schah sich die Deutschen Firmen zurückgezogen hatten. Seit dem arbeiten Russische Techniker am Kraftwerk. Die Russischen Techniker bekommen US$ 1.000 pro Monat, die Iraner US$ 100 pro Monat. Die Russen wohnen in dem Camp, das uns fälschlicherweise als Campingplatz beschrieben wurde. Ein kleiner Hinweis auf die Qualität der Dauerunterkünfte. Die Russen wohnen dort schon fast 20 Jahre.

Es war sehr heiß an diesem Abend, um 21 Uhr noch 42°C, wir sahen das KKW, die MG-Stellung und ein Stückchen weiter zur anderen Seite eine Flugabwehrstellung. Wir konnten uns kaum vorstellen, daß wir in dieser sensiblen Gegend ohne Militärbesuch und anschließendem Rausschmiss übernachten konnten. Wir baten Nxxxx mit den Soldaten zu sprechen. Das sagte er zu, tat es dann aber doch nicht. Wir sahen, daß er ohne anzuhalten bei den Soldaten vorbei fuhr. Er hinterließ uns noch seine Adresse: Naxxxx Yxxxx Busher-Halela / Iran.

Wider Erwarten wurde es eine ruhige Nacht. Zuerst wollte ich draußen schlafen, tat es dann im Hinblick auf die Militärstellungen und die sehr feuchte Luft nicht.


Gruß janus

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11

Friday, December 17th 2010, 2:58pm

Hallo Janus,

ein ganz toller Reisebericht über eine Gegend, in die man so schnell nicht kommen wird!
Ich bin sicherlich neben Stefan nicht der einzige begierige Leser!

Ich bitte hiermit um Fortsetzung!
Michael
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Bebbo

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12

Saturday, December 18th 2010, 11:30am

Hallo Janus,

ein Reisebericht der besonderen Art ! Super !
:::020:::


Viele Grüße

Stefan

Hans-Jürgen

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13

Sunday, December 19th 2010, 10:14am

Hallo Janus,
schreibe bitte schnell weiter, die Story ist spannend.
Einen schönen 4. Advent
dir und allen "Mitlesern"
und immer GUTE FAHRT wünscht
Hans-Jürgen

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janus

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14

Sunday, December 19th 2010, 10:22am

Hallo Hans-Jürgen,

viermal noch komm ich und dann nimmermehr...

Heute Abend kommt eine Fortsetzung.

Gruß janus

janus

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15

Sunday, December 19th 2010, 5:25pm

Fahrt durch Iran 6

Mittwoch, 10. Juli 2002

Übernachtung im Hof des "Hotel B Andimeshk" in Andimeshk
Pos. N 32° 26,453' E 048° 21,359', Höhe 154 m
Tageskilometer 649

Die Strecke: Busher, am Golf entlang, Bandar-e-Gonaveh, Bandar Deilam, vom Golf weg Richtung Nordwesten, nach Omidiyeh, Ahwaz, Shush, Andimeshk.
(Bandar = Hafen)

Bei der Rückfahrt zur Stadt sahen wir einige Werften, auf denen kleine Schiffe aus Kunststoff gebaut wurden.

Wüste, Ziegenherden. Ich fragte mich nur, was fressen die? Bevor wir den Golf verließen, badeten wir bei Bandar Deilam. Zum Mittag gab es Joghurt und Brot bzw. Joghurt mit Marmelade gemischt und Brot.

Dünne Ölleitungen begleiteten uns seit Busher. Ab und zu sahen wir die Bahnstrecke, die vom Golf nach Teheran führt. Vor Omidiyeh bzw.in dieser Gegend sahen wir sehr große Gasfackeln. Bei Andimeshk sahen wir ein riesiges, mit Stacheldraht gesichertes Kasernengelände. Ein überdimensionaler Schrottplatz mit LKW-Trümmern. Es war deutlich zu sehen, daß hier die Reste des Irak-Krieges aufbewahrt wurden. Wir fuhren schon seit Ahwaz dicht an der Irakischen Grenze entlang. Der Tag war wieder heiß, an einigen Bewässerungskanälen standen viele LKW, die Fahrer erfrischten sich im Kanal. Gern wären wir auch eingetaucht, aber der Parkplatz reichte nicht aus. In der Gegend von Ahwaz hatten wir um 17 Uhr 50°C in der Kabine. Wir fuhren ohne Klimaanlage, dafür aber mit offenen Fenstern und tranken gewaltige Mengen an Wasser.

Beim Melonenkauf bediente mich eine junge Frau mit sehr schönen blauen Tätowierungen im Gesicht.

In Andimeshk fanden wir am Ortseingang ein sehr großes Hotel. Alles hell beleuchtet, kein einziger Gast zu sehen. Dort fragten wir, ob wir auf dem Hotelhof übernachten dürften. Zu unserer Überraschung durften wir dort ohne eine Bedingung stehen! Ein Mitarbeiter brachte sogar eine große Plastiktüte für den Papierkorb. Um 21 Uhr war es noch 42°C Außentemperatur.

Zum Abendessen gab es Weintrauben und eine halbe Melone.

Donnerstag, 11. Juli 2002

Übernachtung am See bei Sanandaj
Pos. N 35° 27,353' E 046° 57,944', Höhe 1.560 m
Tageskilometer 500


Die Strecke: Andimeshk, Pol-e-Dokhtar, Kermanshah, Sanandaj.

Bei der Ausfahrt aus Andimeshk, das ist übrigens einer der wärmsten Orte des Iran, sahen wir im Verkehrskreisel wieder ein besonderes Denkmal: Ein Motorradfahrer mit Fernglas und Gewehr, ein Mann stopft eine Granate ins Rohr, ein Flugzeug auf einem Sockel.

Nördlich Kermanshah sahen wir auf der Straße nach Sanandaj zerstörte Panzer auf einer Passhöhe bei Pos. N 34° 13,587' E 046° 40,846'. Hier trafen wir Frauen, die ihr Gesicht offen trugen.

Kurz hinter Sanandaj kauften wir Melonen, Wasser und Brot. Der Mann, bei dem ich einige Wasserflaschen kaufte, bedauerte, daß sie nicht kühl waren. Er erkannte, daß ich Durst hatte und trug mir kühles Wasser in einer Flasche ans Auto. Das hat gut getan!

Kurz danach erreichten wir einen Stausee. Ich kannte ihn schon, hier konnte man sehr gut übernachten. Drei Männer kamen auf einem Motorrad, ca. 350 ccm, Zweitakt-Twin. Nach einiger Zeit wurde einer der Männer recht lästig. Ich erklärte Alfred, er solle Rücksicht nehmen, der Mann sei geistig behindert. Alfred meinte, daß er betrunken sei. Die Zeit zeigte, daß Alfred recht hatte. Die Kumpane kamen an und boten uns Schnaps in einer Plastiktüte an. Wir verweigerten uns und baten allein bleiben zu dürfen. Immer wieder kam einer der Männer an, entschuldigte sich wortreich und war nicht mehr zu vertreiben. Die Männer wurden so lästig, daß wir eine Gruppe Iraner baten, uns von der Last zu befreien. Wir würden anderenfalls die Polizei holen.

Am See vergnügten sich viele Menschen auf einem Boot mit Außenbordmotor. Sie wurden auf die andere Seite gefahren und zurück. Der "Kapitän" schaukelte des Boot durch zick-zack Fahren gut durch. Dann kam die nächste Fuhre.

Mit viel Mühe gelang es die lästigen Motorradfahrer los zu werden. Die Helfer meinten, daß die Trunkenbolde uns das nicht verzeihen würden und sie uns dringend empfehlen, den Platz zu verlassen. Es sei nicht auszuschließen, daß sie zurück kämen. Wir wollten keinen Ärger und verließen den schönen Platz. Nach einigen hundert Metern sahen wir die Drei im Graben, sie versuchten das Motorrad heraus zu ziehen. Ich habe selten so gelacht, wie in diesem Moment.

Nach rund vier Kilometern fanden wir am selben See eine andere Stelle. Die Fahrt war nicht ohne Risiko. Alfred kannte noch nicht den Winkel, ab wann das Fahrzeug kippt. An der Hinterachse war kein Stabilisator vorhanden, eine riskante Geschichte in manchen Kurven. Wir empfanden die 40°C in der Kabine als fast erfrischend nach den 50°C des vergangenen Tages. Allerdings wurde uns an unserer neuen Stelle sehr kühl. Wir lagen hoch, hier wehte ein beständiger Wind. Normalerweise hätte man hier noch gut schwitzen müssen, wir waren aber an höhere Temperaturen gewöhnt.

Zu Mittag hatten wir Joghurt bzw. Joghurt mit Gelee gemischt (Alfred ist halt ein Süßmaul!) und Brot, abends Pfefferminztee, Fladenbrot und Tomatensalat.

Freitag, 12. Juli 2002

Übernachtung im Hotelhof bei Maku (IR), direkt an der Grenze zur Türkei
Pos. N 39° 16,317' E 044° 37,761'
Tageskilometer 501


Die Strecke: Sanandaj, Divandareh, Saqqez, Bukan, Mahabad, Urmiyeh, Khoy, Maku.


Ein sehr kühler Morgen. Nur 20°C, uns war kalt. Wir fuhren durch Kordestan, wenige Kilometer östlich von uns die Irakische Grenze. Eine hochexplosive Mischung. Wir hatten aber kein Problem. Entweder hat uns die Polizei nicht mehr kontrolliert, oder wir hatten uns daran gewöhnt. Wir bewegten uns hier ständig in Höhen > 2.000 Meter, auf den Feldern begann die Getreideernte. Meist wurde mit Sense und Sichel geerntet.

Noch südlich des Urmiyeh-Salzsees machten wir Mittag, wieder mit Joghurt (ob Alfred je wieder freiwillig Joghurt essen wird?). Gegen 13:45 Uhr mußte Alfred im Salzsee baden. Es war erstaunlich, wieviel Menschen im See badeten, obwohl sie keine Gelegenheit hatten sich mit Süßwasser zu reinigen. Dieser See ähnelt im Salzgehalt dem Toten Meer. Die Stadt Urmiyeh war in früheren Jahren ein beliebter Badeort. Inzwischen ist aber der Seespiegel abgesunken und damit die Wasserlinie weit von den Hotels entfernt. Damit verfiel der Badeort. Urmiyeh ist die Hauptstadt von Westaserbeidschan.

Mit normalen Autos waren viele Menschen bis dicht an den See gefahren. Das setzt schon recht gute Fahrkünste voraus, wenn man sich nicht festfahren will. Der TOYOTA hatte leichte Probleme dabei, Alfred mußte das zweite Radpaar hinzu schalten. Bei der Auffahrt hat es dann den Leuchtenträger erwischt. Alfred beachtete mein Stopzeichen nicht, die Strecke sah auch ganz harmlos aus an dieser Stelle. Da der Leuchtenträger an einem langen Hebelarm saß, reagierte er mit starker Höhenänderung, wenn die Vorderachse über einen kleinen Buckel fuhr.

Beim Tanken traf ich den faulsten Tankwart, den ich je erlebt hatte. Er saß bei Zeitung und Fernseher, bewegte sich keinen Millimeter. Ich mußte zur Zapfsäule zurück, die Menge aufschreiben, danach "schätzte" er den Preis. Wir hätten für 52 Liter 6.760 Rial zahlen müssen. Aber weil er auch zum Wechseln zu träge war, kostete der Treibstoff 6.000 Rial, das waren DM 1,62.

Bei Maku aßen wir vor einem kleinen Hotel Kebab. Als "Gegenleistung" durften wir vor dem Hotel übernachten und auch den Wassertank wieder füllen. Am frühen Abend kam ein Bulgare mit Werkzeug. Sein Verkaufsstand war ein Schubkarren, an dem an der Stelle des Aufstellbügels zwei zusätzliche Räder angebracht waren. Eine Konstruktion, die wir in Iran oft sahen. Ich hoffte, dort einen Radmutterschlüssel kaufen zu können. Das Werkzeug war so weich, daß es absolut unbrauchbar war.

Erschüttert hat mich die Tatsache, daß ein Bulgare versuchen muß Geld in Iran zu verdienen. Ich kann mir das nur so erklären, daß er das "richtige Geld" mit anderen Artikeln verdient.

Vor dem kleinen Hotel ernteten Bauern mit Traktor Getreide. Bis 22 Uhr abends waren sie nach der Arbeit noch im Hotel, am nächsten Morgen um 6 Uhr wieder auf dem Feld.

Unsere Uhren mußten auf Türkei-Zeit gestellt werden. In Iran lebten wir Greenwich-Zeit + 4 h, in der Türkei Greenwich + 2h 30 Minuten. Alfred hatte zwei Uhren im Auto: Eine Uhr mit Deutschland-Zeit, die andere für die Ortszeit. Das war mehr als praktisch.
(oder war es +2/+3:30???)
Wir verschliefen eine angenehme Nacht.

Ich möchte hier noch etwas zur Schreibweise von Ortsnamen nachtragen. Die Lateinische Schreibung geschieht rein phonetisch. Da hat jeder seine eigene Schreibweise. So kann man auf zweisprachigen Schildern alle paar Kilometer eine andere Schreibweise studieren.



Als nächstes kommt der Grenzübergang in die Türkei. Dreimal noch komm ich und dann nimmermehr...



Gruß janus

janus

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16

Monday, December 20th 2010, 6:12pm

Fahrt durch Iran 7

Ihr merkt es schon, wir kommen der Heimat näher. Es naht das Ende des Berichts


Samstag, 13. Juli 2002

Übernachtung westlich am Vansee (TR) nördlich Ahlat
Pos. N 38° 47,020' E 042° 41,029'
Tageskilometer 445


Um 7:40 Türkischer Zeit starteten wir zur nahen Grenze. Ich wollte versuchen, die Grenzformalitäten sorgfältig aufzuschreiben. Ich bin sicher, daß ich dabei noch einiges vergessen habe. Aber auch damit wird die Liste sehr lang.

1. Paß vor der Grenze vorzeigen

2. Paß bei der Grenzeinfahrt vorzeigen

3. Paß und Carnet plus Kopien des Carnet vorzeigen (und zuvor anfertigen lassen).

4. Paß an der Schranke vorzeigen

5. Grenze. Zurück zu Custom Officer wg. Motorrad

5.1 Custom Officer um 9:10 Uhr

5.2 Der Stellvertreter des General Managers öffnet den versiegelten Brief

5.3 Der Stellvertreter des General Managers begleitet Alfred zum Allerheiligsten, der liest den Brief, bestätigt ihn.
Der Stellvertreter betrat das Büro mit Kotau

5.4 Ein Stockwerk höher, Stempel, Bucheintrag und Unterschrift

5.5 Big Boss kontrolliert den Stempel.
Bis hierher hat keiner das Motorrad sehen wollen, nur Stempel und Bürokratie!

6. Um 8:30 an der Kontrollstelle, die eigentliche Grenze. Carnet vorzeigen und kontrollieren lassen. Vor mir der Ararat.

7. Erster Mann liest die Unterlagen, zweiter Mann Bucheintrag, dritter Mann Bucheintrag. Zweiter Mann kontrolliert Bucheintrag. Zweiter Mann übergibt gelben Zettel. Dritter Mann kontrolliert, ob der erste Mann unterschrieben hat. Dann kontrolliert er das Motorrad. Damit hatten wir drei Bucheinträge und waren um 8:55 Uhr fertig, aber nur mit dem Motorrad. Jetzt mußten wir noch über die Grenze!!
Den Bereich Motorrad hat Alfred allein durchstehen müssen. Hier ist allerdings festzustellen, daß alle Gesprächspartner freundlich und hilfsbereit waren. Das hilft über Inkompetenzen weg. Gern hätte ich von dort aus den Ararat besehen. Ein inkompetenter Grenzer hinderte mich daran näher an den Stahlzaun zu laufen. Hier wurde mächtig gebaut. Angeblich wurde ein Iranisch-Türkisches Abfertigungsgebäude gebaut.

8. Grenzübergang zur Türkei! Ich mußte zu Fuß weiter, konnte nicht mit Alfred im Auto fahren. Später stellte ich fest, daß fast alle (Begleit-)Frauen im Auto fahren durften. Die hatten vermutlich keinen eigenen Paß, waren im Paß des Mannes eingetragen. Der Grenzer fragte nach "Paper Police". Das war weg, ich fand es erst nach vielem Suchen und übergab das Dokument.

9. Im Abfertigungsgebäude wieder die Frage nach "Paper Police". Also wieder zurückgelaufen und den Polizisten gesucht, das Papier mit freundlichem Druck zurückgenommen und wieder ins Gebäude. "Mein" Grenzer machte gerade Pause. Mit Mühe konnte ich einen andern Grenzer interessieren.

10. Nun kam ich an das Tor. Ein Eisentor, mit einem großen Schloß. Hier wollten viele Menschen durch. Natürlich mußten wir hier warten, bis der Grenzer zur Arbeit bereit war. Wieder Paß vorzeigen und durch. Jetzt war ich schon auf der Türkischen Seite des Niemandslandes, dachte ich, war aber noch auf der Iranischen Seite!

11. Zur Polis, hier mußte ich den Paß abgeben und warten.
Im Warteraum stapelten sich die leeren Kartons der Schmuggelware. In einen Socken passen 15 Päckchen Zigaretten! So wurden die Socken, die Ärmel, der Brustraum oberhalb des Gürtels usw. gefüllt. Der Iranische Zoll schaute weg.
Nach ca. 30 Minuten bekam ich meinen Paß und konnte

12. zur Iranischen Ausgangskontrolle. Dort besah man den Paß: "Problem!" und gab ihn zurück. Ich machte einen zweiten Anlauf mit dem gleichen Ergebnis. In meiner Not wandte ich mich an einen Mann, der recht "weltmännisch" aussah. Unsere englische Unterhaltung war einfachst, aber ich verstand, daß der Paß noch einmal zur Polis mußte. Man hatte einen Stempel vergessen! Also nochmals zur Ausgangskontrolle, jetzt konnte ich durch! Das wurde auch Zeit, ich sah mich schon den Rest meines Lebens zwischen den Grenzen verbringen. Jetzt hängte ich mich an den Iraner (?), er sollte mir weiter helfen.

13. Durchs Tor! Endlich!!! Und nun ging es ruhig weiter. Eine lange Strecke zum Laufen, noch mal in ein Gebäude.

14. Wieder Paß vorzeigen, etwas komisch kam mir das schon vor: "Duty Free". Aber mein Helfer meinte, es müsse sein. Er kaufte einige Dinge ein, die mich nicht interessierten. Sein Kollege ebenfalls.

15. Paßkontrolle. Kurz davor bat mich der Helfer, doch eine seiner Tüten zu tragen, bei der Paßkontrolle mußte ich ein Zettelchen vorlegen, das ich bei "Duty Free" erhalten hatte.

16. FERTIG!!!! Ich war durch, in der Türkei.

Als ich die vielen wartenden Kleinbusse sah, mein Helfer seine Plastiktüte wieder übernahm, da begriff ich, ich hatte für ihn eine große Menge Zigaretten "legal", d.h. auf meinen Namen in die Türkei eingeführt. Er stieg mit seinem Begleiter in den Bus und fuhr ab, ich wartete auf Alfred. Ich saß in brütender Hitze im Schatten einer Mauer. Die Grenzer jagten immer wieder die Menschen weg, die hier warten wollten, ich durfte bleiben. Ein alter Feuerwehrwagen fuhr ab und zu Wasser sprenkelnd vorbei, von Alfred keine Spur.

Einer der Schmuggler mußte sein Schmuggelgut den Soldaten (?) oder Zöllnern übergeben, die anderen konnten unbehelligt die Grenze passieren, obwohl sogar ich sah, daß sie vor Schmuggelgut kaum laufen konnten.

Um 13 Uhr kam Alfred. Der war vielleicht sauer. Er hatte direkt nach der Iranischen Grenze auf mich gewartet. Nach einer Anstandszeit hatte er alle Zöllner aufgemischt. Einige konnten sich an mich erinnern, ein anderer behauptete, ich sei mit einem Iraner zusammen in einen Bus gestiegen und nach Dogubayazit gefahren. Das war ein reger Telefonverkehr an der Grenze, von Alfred ausgelöst. Er ließ sich dann aber beruhigen, als er meine Erlebnisse gehört hatte. Er war ganz ruhig, ohne Probleme ausgereist und hatte gewartet und gewartet...

Kurz vor Dogubayazit, mitten auf der Landstraße, noch eine Kontrolle. Fahrzeug- und Fahrerdaten wurden in ein dickes Buch übertragen.

Was ich hier noch nicht erwähnt habe, das waren die vielen Tankwagen auf der Straße Iran - Türkei - Iran. Iran hat keine oder kaum Raffinerien aber Öl. Die Türkei scheint hier zu helfen (Embargo!), aber genau weiß ich es nicht.

In Dogubayazit gingen wir essen: Leber mit Reis und Tee. Bei einem Bummel durch den Ort wechselten wir nochmals Geld und kauften Getränke und (Hopfen-)Tee ein. Wir fühlten uns nach der Iran-Zeit in der Türkei fast wie zu Hause

Von Dogubayazit fuhren wir nach Süden, nach Muradiye und fuhren von dort aus zur Westseite des Vansees bis kurz vor Ahlat. Dort fanden wir einen schönen Platz am See. Kaum stand das Auto, da kam schon ein Mann und verlangte TL 5.000.000, ca. DM 7,14 / EURO 3,57. Für Türkische Verhältnisse ein saftiger Preis, vor allem wenn man bedenkt, daß das ohne jeden Service war. Aber der Platz gehörte zu einem entfernt liegenden Restaurant.

Zu unserem Ärger trug ein Türke bei, der zuviel getrunken hatte und nicht gehen wollte. Hier erwies sich der Parkplatzwärter als Hilfe, er kam und befreite uns von der Last.

Zum Abendessen gab es zu meiner großen Freude Spaghetti mit frischen Tomaten, Knoblauch, Zwiebeln und EFES. Alfred erfreute sich mit einem Bad im Vansee. Der Abend wurde kühl, Rolli und Socken mußten her.

Zu meiner Freude lieh Alfred sein Mobiltelefon, ich konnte Janny anrufen. Trotz der Störung ein schöner Abend.


Zweimal komm ich noch und dann nimmermehr...

Gruß janus

janus

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17

Monday, December 20th 2010, 8:15pm

Und hier hätte ich gern eine Korrektur angebracht. Bericht um 18h12 eingestellt, um 20h12 keine Korrektur mehr möglich. Schade...

janus

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18

Thursday, December 23rd 2010, 7:50pm

Fahrt durch Iran 8

Sonntag, 14. Juli 2002

Übernachtung nördlich Pazarcik "auf der Ziegenweide"
Pos. N 37° 31,188' E 037° 25,469' Höhe 943 Meter
Tageskilometer 605

Die Strecke: Ahlat, Tatvan, Bitlis, Silvan, Diyarbakir, Siverek, Kahta, Gölbasi

Bitlis-Silvan war eine besonders schöne Strecke. Die Straße verlief neben einem kleinen Fluß, rechts und links riesige Felsen. Hier war Kurdengebiet, immer wieder Kontrollstellen, viele mit Tarnfarben gestrichene Unterstände an strategisch günstigen Punkten.
In Silvan kamen wir in einer Feier der Kurdischen HADEP zurecht. Vor einer Schule tanzten Frauen und Männer zur Trommel. Die Trommel wurde auf der einen Seite mit einem dicken Schlegel, auf der anderen Seite mit drei kleinen Schlegeln bearbeitet. Der Takt war echt mitreißend. Wir wurden zum Tee eingeladen. Ab diesem Punkt wollte Alfred nicht mehr mitmachen. Ihm war mulmig, er dachte an die Empfehlung im Reiseführer, sich aus solchen Sachen strikt rauszuhalten.

In Diyarbakir fanden wir einen METRO-Großmarkt und konnten gut einkaufen. Die Stadt wächst riesenhaft. Am Stadtrand sahen wir eine einzige Großbaustelle, sehr viele Hochhäuser im Bau.

In Siverek konnte wir den Weg nicht mehr finden. Ich bat einen von zwei Polizisten um Hilfe.
Bevor die Herren die Auskunft gaben, wurden zwei Hocker herbeigeschafft und ein Bub beauftragt Tee zu holen. Sie meinten, daß wir die Ausfahrt aus dem Ort auch mit Beschreibung nicht finden würden. Sie baten uns noch einige Minuten zu warten, sie würden uns den Weg zeigen. Nach zwanzig Minuten stiegen sie in ihren Wagen und fuhren uns voraus. So fanden wir schnell den richtigen Weg und hatten eine sehr angenehme Teepause.

Solch eine Situation stelle ich mir in München vor: Ich frage nach dem Weg und der Polizist bringt einen Hocker und läßt Tee holen. Die Türken verstehen was von Menschlichkeit!

Nach kurzer Strecke überquerten wir einen Seitenarm des Atatürk-Stausees. Hier wird der Euphrat gestaut. Zuvor machten wir Mittag, mit Joghurt, Alfred mußte erst mal ins Wasser. Er machte mich auf einen Buben aufmerksam, der als Schwimmhilfe einige PET-Flaschen mit Seilen zusammengebunden hatte und damit den Seearm überquerte.

(Die Euphrat-Überquerung erinnert mich an eine Situation ca. neun Monate zuvor, hier hätte ich beinahe mein Leben beendet:

Sonntag, 28.10.01 Palmyra (Syrien) Camp bei Hotel Zenobia km 35.298 / 240
Pos. [PALCAM]N34°33,250' E038°16,286' H 450 Meter
Nach kurzer Strecke erreichten wir den Euphrat. Auf der Brücke wollten wir natürlich ein Foto machen. Ich war so gefangen von der Situation -schließlich standen wir hier an der Wie-ge der Menschheit- daß ich den Seitenständer nicht ausfuhr. Ich legte das Motorrad nach links und... fiel! Als ich so da lag, rollte ein LKW-Reifen einige Zentimeter an meinem Kopf vor-bei. Der Fahrer hätte keine Chance gehabt mir auszuweichen, er hat die Gefahr wahrschein-lich gar nicht wahrgenommen. Käptn und Uli halfen beim Aufstellen. Aber das Foto habe ich gemacht!
Das war bei N35°20'30'' E40°09'23'' (Pos. nachträglich ermittelt und eingetragen))

Das Schiff, ein uraltes Landungsboot, entließ seine Fracht, Lastwagen, einen Traktor mit Hänger. Es war schon bewundernswert, wie die Männer rangieren konnten. Kurz vor der Abfahrt hupte der Kapitän lange und ungeduldig. In der Ferne sahen wir einige Männer ankommen. Sie liefen sehr ruhig, ließen sich nicht in Panik hupen und beschleunigten ihren Gang nicht. Die Männer trugen Schlägerkappen, Beutelhosen. So wie man sich einen seriösen, ländlichen Türken vorstellt. Selbst als die Rampe langsam hochgezogen wurde, gingen sie keinen Schritt schneller.

Für die Fähre, die kein einziges Positionslicht und keine Flagge führte, bezahlten wir TL 6.000.000 (EURO 4,30). An unserer Landungsstelle standen drei Frauen im Wasser und schlugen Schafwolle mit flachen Holzschlegeln. Wir waren ganz in der Nähe vom Nemrut Dagy. Das wäre eigentlich auch noch ein Ziel gewesen...

Gegen Abend fanden wir einen schönen Platz nördlich Pazarcik auf einer Hochebene. Ab und zu kam ein Ziegenhirte vorbei. Zum Abendessen versuchten wir die Maiskolben von der METRO und aßen Thunfischsalat und Brot.


Montag, 15. Juli und Dienstag, 16. Juli 2002

Übernachtung nordöstlich Silifke "Kervan Mocamp" in Kizkalesi am Mittelmeer (TR)
Pos. N 36° 27,956' E 034° 09,677' Höhe 19 Meter
Tageskilometer 367

Die Strecke: Pazarcik, Adana, Tarsus, an der Küste entlang nach Kizkalesi.

Bei Düzici erlebten wir das nahe Meer, die Luft wurde feucht, der erste Regen mit einigen Tropfen, 35°C erschienen wegen der feuchten Luft als sehr warm.

Mittags konnten wir noch "normal" essen, Joghurt mit Brot, für Alfred Joghurt mit Marmelade gemischt.

Nachmittags erreichten wir Kizkalesi und fanden sofort einen Campingplatz. Er war geräumig und bot viele Sitzgelegenheiten, Waschräume und Strand. Eine Pause war notwendig, Alfred fühlte sich nicht wohl.
Zum Abendessen beschränkten wir uns auf Tee und Brot.

Am nächsten Tag ging es Alfred ein bißchen besser, wir legten noch einen Tag Pause ein. Natürlich mußte Alfred wieder ins Wasser. Ich versuchte es auch, wollte einen Ponton erreichen, der scheinbar dicht an der Küste lag. Auf halbem Weg gab ich auf...

Mittags konnten wir zusammen schon wieder Rouladen mit Kartoffel essen, die Ruhezeit hatte Alfred gut getan, ich genoß das kräftige Essen.

Nachmittags fand ich im Ort beim Einkaufen ein Internetcafé und konnte Kontakt mit Janny aufnehmen. Der Hinweg war zu Fuß recht anstrengend, es war so heiß, daß an manchen Stellen der Asphalt geschmolzen war. Für den Rückweg bestieg ich einen Dolmus, eine Frau dolmetschte für mich, so daß ich auch an der richtigen Adresse ankam.

Auf diesem Campingplatz gab es sogar Wäscheleinen! Die nutzte ich und wusch zwei T-Shirts. Nach drei Stunden waren sie völlig trocken.

Abends gingen wir im Restaurant am Platz essen (Alfred ging es sichtlich besser). Was wir aßen, das weiß ich nicht mehr, aber es war gut! Wir hatten nicht mehr genügend TL und zahlten die TL 17.000.000 mit US$ 10 und TL 1.000.000. Vom Restaurant hatten wir einen wunderschönen Blick aufs Meer.


Mittwoch, 17. Juli 2002

Übernachtung auf "Erman Holiday Camp" in Beldibi südl. Antalya am Mittelmeer (TR)
Pos. N 36° 43,518' E 030° 33,767' Höhe 7 Meter
Tageskilometer 456

Die Strecke: Kizkalesi, Silifke, Anamur, Alanya, Antalya, Beldibi.

Die Strecke am Mittelmeer lang war wirklich schön. Man sah aber, daß hier viele Touristen ihren Urlaub verbrachten. Immer wieder kamen uns Cabrios mit jungen Leuten entgegen, viele kleine Roller.

In der Gegend von Anamur sahen wir Bananenplantagen, am Straßenrand wurden sie immer wieder angeboten. Wir fuhren bei 40°C in der Kabine Achterbahn am Mittelmeer.

Unser Mittagessen bestand aus Joghurt und Bananen. Die Bananen waren klein und sehr süß.

Bei Antalya sahen wir an fast allen Kiosken und Geschäften die Aufschriften auch in Russisch.

Der Campingplatz am Meer war ziemlich voll, die Grillen machten einen Lärm, wie ich es nicht für möglich gehalten hätte. Bei Sonnenuntergang sind alle auf Schlag verstummt.

Zum Abendessen genossen wir Wiener, Brot, Maiskolben. Alfred hatte sich bei seiner Frau nach der Kochzeit der Maiskolben erkundigt, sie waren viel besser als beim ersten Versuch, obwohl sie da auch schon schmeckten.


Donnerstag, 18. Juli 2002

Übernachtung auf Camping "Boncuk" an der Haifischbucht (TR)
Pos. N 36° 58,562' E 028° 12,984' Höhe 8 Meter
Tageskilometer 456

Die Strecke: Kemer, Kale, Fethiye, bis kurz vor Marmaris

Eine wunderschöne Strecke am Mittelmeer entlang. Alfred hatte gerade mit diesem Platz einen guten Riecher bewiesen. Ein traumhaft schöner Platz unter Palmen am Meer. Ich habe selten was schöneres gesehen. Wir ließen uns erzählen, daß die Palmen ca. dreißig Jahre alt waren.

Der Besitzer des Platzes schien mit diesem Platz sehr reich, war aber ein armer Hund, er hatte gesundheitliche Probleme. Er ließ sich an den Strand führen, ein langes Kabel wurde verlegt und eine Lampe an einer Palme aufgehängt. Aber was hatte der Mann weiter vom Leben?

Unser Mittagessen war exklusiv: Scampi, die hatten wir unterwegs gekauft. Alfred kannte den Ort und das Rezept. Natürlich waren es zu viel Scampi. Mit viel Liebe und auch Können übernahm Alfred die Küche, nachdem es bei mir nicht so gut klappte. Er zeigte mir, wie man die Köstlichkeit auspellt. Unsere Hände trieften vom Fett. Ich war schnell satt, Alfred schnurrte beim Essen wie ein zufriedener Kater.
ENDLICH ein Essen, das auch ihm zusagte. Als Scampi-Brater hat er sich an diesem Tag drei Sterne verdient.
Hier sind sie: ***

Vermutlich hat er sich an diesem Essen ein bißchen verhoben, das Abendessen, Gulasch und Nudeln, genoß ich alleine. Hier schnurrte ich noch einmal!


Freitag, 19. Juli 2002

Übernachtung an den Dardanellen, Westseite bei Bayirköy, südl. Gelibolu

Pos. N 40° 18,450' E 026° 33,942' Höhe 13 Meter
Tageskilometer 614

Die Strecke: Mugla, Izmir, Allaga, Edremit, Çanakkale

Am Mittelmeer fuhren wir Richtung Norden. Eine schöne Strecke mit angenehmer Wärme. In der Gegend von Izmir sahen wir einen Böschungsbrand an der Autobahn. Viele Feuerwehrwagen standen am Rand, die Besatzungen versuchten zu löschen.

Am Nachmittag erreichten wir Çanakkale und setzten für TL 21.000.000 (EURO 15,-) nach Eceabat über. Die Fahrscheine waren noch mit TL 300.000 und 8.500.000 bedruckt und mit 1.000.000 und 20.000.000 überstempelt. Ein Hinweis auf die galoppierende Inflation in der Türkei. Auf der Fähre trafen wir einen R 1100 GS-Fahrer, er war und unterwegs schon aufgefallen.

Gegen 18:30 erreichten wir unseren Übernachtungsplatz. Er lag direkt am Wasser, wir konnten vielen Schiffen zusehen, die die Dardanellenenge durchfuhren. Von einem Steiger sprangen Kinder ins Wasser. Hier waren wir schon im Westen, die Mädchen badeten nicht mehr mit kompletter Kleidung und Kopftuch.

Zum Abendessen gab es Pfannkuchen und Pfirsich. Bei den Pfannkuchen hatte ich mich wohl ein bißchen vertan: 4 Eier. Alfred behauptete immer, daß er von Küche nichts verstünde. Aber das wußte er, daß 4 Eier zuviel waren. Ich vermute, daß er einige Talente in der Vergangenheit versteckt hatte.

Einmal komm ich noch, dann nimmermehr...

Gruß janus

Bebbo

Schönwetterfahrer

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F-Status: aktiv

Birthday: Jul 28th 1965 (46)

Location: Fulda

Motorcycle: Deauville NT650V

Actual mileage: 51291

Year of manufacture: 2002

Color: Shield Silver

Stammtisch: Fulle-Viller

GPS_System: TomTom Rider II

19

Friday, December 24th 2010, 10:00am

Hallo Janus,
Solch eine Situation stelle ich mir in München vor: Ich frage nach dem Weg und der Polizist bringt einen Hocker und läßt Tee holen. Die Türken verstehen was von Menschlichkeit!
in anderen Kulturen ticken halt die Uhren noch anders ! Ich glaube das es auch gesünder für den Menschen ist ,
wenn nicht alles bis auf die letzte Minute ( Sekunde ) geplant ist .
Wenn ich das so miterlebe, wie bei vielen Menschen vor Weihnachten Hektik und Stress wegen dem Konsumterror
ausbricht, frage ich mich , ob Weihnachten nur noch dem Kapitalismus dient !
Danke für Deine Mühe, die Du Dir mit Deinem Reisebericht gemacht hast und noch machst .

Frohe Weihnachten

Stefan

janus

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20

Sunday, December 26th 2010, 12:30pm

Fahrt durch den Iran 9 / der letzte Teil

Samstag, 20. Juli 2002

Übernachtung am Campingplatz in Kavala (GR)

Pos. N 40° 56,821' E 024° 26,628' Höhe 15 Meter
Tageskilometer 316

Die Strecke: Kesan, Ipsala (Grenze), Alexandroupolis, Kavala

Recht früh waren wir an der Grenze. Ich freute mich, Kesan und die Tankstelle mit Restaurant an der Kreuzung der Straße 110 wieder zu sehen (der „Papierkorb“).

Die Abfertigung an der Grenze erschien flott, war es aber nicht. Die Türkische Bürokratie ist riesenhaft. Jeder Grenzer ist ein kleiner Herrscher, der sein "eigenes Reich" verwaltet. Wir hatten ein Problem mit einem Dokument, das einer der Grenzer an sich nahm, das aber ein anderer als seines von uns einforderte. Aber wir sind damit fertig geworden.

Probleme ergaben sich, weil viele Türken nach Hause wollten, die Ferien hatten gerade begonnen. Der Grenzübergang war über seine Kapazität belastet, den türkischen Grenzern fehlte die geistige Freiheit adäquat zu reagieren. Kurzum, an der Grenze herrschte das absolute Chaos. Das Gedränge der Einreisenden blockierte die Ausreise nach Griechenland. Reisende erzählten mir, daß sie bis zwanzig Stunden auf die Einreise in die Türkei gewartet hatten. Entsprechend dünn war das Nervenkostüm der Leute. Verständlich, sie waren fast alle mit kleinen Kindern unterwegs. Irgendwie sind wir dann doch um 10 Uhr raus gekommen. Die Methode war nicht ganz fein, aber anders ging es nicht.

Auf der Griechischen Seite führte eine autobahnähnliche Straße zur Grenze. Natürlich ein langer Stau. Wir beobachteten ca. 4 Kilometer stehenden Verkehr. Und weil man auf der Überholspur schneller voran kommt, deswegen standen vier Kilometer lang die Autos auf dem linken Fahrstreifen...

Mittagessen: Tomatensalat, Brot, Wurst. (Der ständige Tomatensalat war ausdrücklicher Wunsch von Alfred!!)

Gegen 13 Uhr erreichten wir Kavala und fuhren gleich den ersten Campingplatz auf der Ostseite des Ortes an. Der hatte bestimmt schon bessere Zeiten erlebt.

Abends schauten wir begeistert zu, wie eine Großfamilie ihre Zelte aufschlug. Erst setzte sich der Pascha in einen bequemen Stuhl, seine Frau (?) erledigte alles incl. Zeltaufbau für Kinder, Eltern und Großeltern. Nachdem Pascha sich überzeugt hatte, daß alles stand, setzte er sich ins Auto und fuhr weg.

Unsere französische Nachbarin baute ein kleines Zelt auf und pumpte eine riesige Doppel-Luftmatratze für sich allein auf. Da sie nur französisch und kein einziges Wort englisch sprach, kam kein Kontakt zustande, obwohl wir sie zu einem Wein eingeladen hatten.




Sonntag, 21. Juli 2002

Übernachtung Camping Meteora Garden in Kalambaka (GR)

Pos. N 39° 42,537' E 021° 36,580' Höhe 230 Meter
Tageskilometer: 415

Die Strecke: über Saloniki, Veria, Kozani

Ein besonderes Frühstück mit Ei, Müsli und Pfirsich.

In Saloniki führte ich Alfred wieder auf den verkehrten Weg. Ich werde nie lernen, ob man über die Brücke oder rechts ab muß. Alfred hat ein ganz spezielles Gefühl für den richtigen Weg, so ging es doch besser als zu erwarten war.

Unser Mittagessen nahmen wir in einem Restaurant ein, die Bedienung verstand kein Englisch, es war eine Ukrainerin. Spaghetti und Rotwein, für Alfred Tomatensalat mit Wasser.

Auf dem Campingplatz in Kalambaka waren die vielen Katzen verschwunden, u.U. von Nachbarn vergiftet wie mir die Campingwirtin erzählte.

Ein kleiner Trost waren junge Polen, sie lagen direkt vor uns und sangen wunderschön zur Gitarre.

Am Platz war ein schön restaurierter SAURER-Bus, als Campingfahrzeug umgebaut.



Montag, 22. Juli 2002
Übernachtung auf der Fähre OLYMPIA PALACE auf dem Weg nach Ancona (I)

Pos. in Igoumenitsa am Hafen: N 39° 29,770' E 020° 15,631'

Die Strecke: über den Katarapaß

In Igoumenitsa besuchte ich sofort Frau Panagiota im Reisebüro OSCAR am Hafen. Wir freuten uns beide sehr über das Wiedersehen. (Heute arbeitet sie im Reisebüro MILANO, die Frau löst jedes Fährproblem!)

Und jetzt mag ich nicht mehr, ich schreibe nur noch, wie wir heimgekommen sind:

Über Ancona und Kaltern. Hier fühlten wir, der Abschied ist nahe. Mit zwei Flaschen Rotwein (oder etwas feiner: Mit einer Flasche Rotwein pro Person) und einem feinen Essen trösteten wir uns und wußten: ES IST VORBEI! Schön war es! Das kann man nicht wiederholen.

Am Mittwoch, 24.07. 2002 war ich wieder in Neu-Esting. Wir luden aus, Alfred mußte noch einige Kilometer fahren um die Trümmer seiner GS nach Hause zu bringen und zur Abschlußfeier seiner Tochter pünktlich zu sein. Wir hatten zusammen eine schöne Zeit gehabt und 13.698 Kilometer zurückgelegt.

Und hier ein paar Worte zur Verständigung unterwegs. Mein Englisch ist miserabel, mein Deutsch gut, mein Niederländisch recht ordentlich. Aber Türkisch, Arabisch, Farsi NULL bis auf einen freundlichen Gruß: Merhaba, Salem Aleikum, das hat gereicht. Salem Aleikum und dabei die rechte Hand ans Herz, das brachte jeden Orientalen zum Schmelzen. Danach konnte ich jeden Wunsch äußern, er wurde soweit möglich erfüllt! Vor allem, er wurde verstanden! Den vielen Menschen, denen ich auf dieser Reise begegnet bin, kann ich hier nur DANKE sagen.
Die Frauen im Iran, denen ich begegnet bin, die waren großartig. Der Pascha stand dabei und verstand nichts! SIE sprach Englisch, ER mußte fragen: Was hat er gesagt? Allerdings gilt diese Aussage nur für die großen Städte.

Das war’s. Die Reise ist zu Ende!

Euch Allen noch einen schönen zweiten Weihnachtstag. Und Geduld, bis die Deauville wieder raus kann...


Gruß janus